Zweitanbieter in der Bodenabfertigung

Flughafen baut um: 100 Jobs in Gefahr?

Am Flughafen herrscht Unruhe: Rund 100 Jobs bei der Bodenabfertigung sind bedroht. - Foto: Gnuschke

Bremen - Am Bremer Flughafen herrscht Missmut. Die Belegschaft ist verunsichert. Die Flughafengesellschaft plant einen Umbau bei den Bodenverkehrsdiensten und der Fracht. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, seien Umstrukturierungen unumgänglich, sagt Petra Höfers, Personalchefin der Flughafen GmbH.

Soll heißen: Die Mitarbeiter sollen mehr arbeiten und flexibler eingesetzt werden. Flughafen-Chef Jürgen Bula sagte nach der Belegschaftsversammlung zum Regionalfernsehmagazin „buten un binnen“: „Die Arbeit muss sich verdichten.“

Es geht unter anderem um das Be- und Entladen der Flugzeuge. Bislang war der eigene Bodenverkehrsdienst des Airports der einzige Anbieter in Bremen, der Flugzeuge abfertigen konnte und durfte. Doch da der Flughafen im Neuenlander Feld seit fünf Jahren mehr als zwei Millionen Passagiere registriert, kommt eine EU-Wettbewerbsklausel ins Spiel.

Im Zuge der Liberalisierung sind Flughäfen mit mehr als zwei Millionen Passagieren pro Jahr verpflichtet, den Markt für Bodenverkehrsdienste zu öffnen und über europaweite Ausschreibungen Wettbewerber zuzulassen. Und so wurde zum 27. Januar 2016 von der Luftfahrtbehörde Bremen nach Ausschreibung eine zweite Lizenz für Bodenabfertigung am Bremer Flughafen erteilt. Erhalten hat sie der belgische Konzern Aviapartner.

„Somit hat die Flughafengesellschaft ihre Alleinstellung auf dem Vorfeld verloren und steht jetzt in direktem Wettbewerb“, sagt Höfers. Das wird dazu führen, dass die Bodenverkehrsdienste aus der Muttergesellschaft ausgegliedert werden. Es geht um rund 100 Arbeitsplätze. Höfers: „Es ist unser Ziel, dass wir die Arbeitsplätze in einer Tochtergesellschaft am Flughafen Bremen erhalten.“

Ein Stellenabbau im Bodenverkehrsdienst droht laut Höfers, wenn der Flughafen einen „großen Basiskunden verliert“. Eine Kündigung liege vor. Wer der Kunde ist, darüber gibt der Airport „momentan keine Auskunft“.

Die Gespräche mit Gewerkschaft und Betriebsrat sind angelaufen. „Wir liegen noch sehr weit auseinander“, sagte Detlef Reske vom Betriebsrat in einer ersten Stellungnahme. Die Flughafengesellschaft beschäftigt derzeit rund 450 Mitarbeiter.

Aviapartner hat, wie erwähnt, die Lizenz und kann somit loslegen, sobald man einen Kunden hat. Das Unternehmen ist an 38 Flughäfen als Flugzeugabfertiger für rund 400.000 Flüge von über 400 Luftfahrtunternehmen tätig. In Deutschland unter anderem in Düsseldorf und Hannover. Ebendort und am Hamburger Airport operieren bereits Zweitanbieter und seit 1999 bieten beide Flughäfen Bodenverkehrsdienstleistungen nicht mehr selbst, sondern über Tochtergesellschaften an. - je

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