Pflege: Bremer Arbeitnehmerkammer fordert bessere Arbeitsbedingungen

„Flucht in die Teilzeit“

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Arbeit in der Pflege: „Hohe Belastungen, viele Teilzeitstellen.“

Bremen - Pflege belastet – nicht zuletzt die in und mit der Pflege Beschäftigten. Warum das so ist, hat jetzt die Bremer Arbeitnehmerkammer untersucht. Sie beauftragte das Institut Arbeit und Wirtschaft, das die 252 Pflegeeinrichtungen im Land Bremen befragte.

Mehr als 40 Prozent der angeschriebenen Einrichtungen und Betriebe haben an der Befragung teilgenommen. Der Rücklauf erfasse etwa 7 000 Pflegebeschäftigte, so eine Sprecherin.

„Hohe Belastungen, viele Teilzeitstellen, wenig Aufstiegsmöglichkeiten – so sehen die Rahmenbedingungen in der Pflege derzeit aus“, heißt es in einer Zusammenfassung. „Dies ist einer der Gründe, warum die Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Dienste ihren Fachkräftebedarf im vergangenen Jahr nicht decken konnten.“

Stellen blieben unbesetzt. Das Einstellungsverhalten der Betriebe lege nahe, „dass dann sogar – mangels Fachkräften – auf Hilfskräfte ausgewichen wurde“, so die Kammer-Experten. Und weiter: „Für die nahe Zukunft geht sogar die Hälfte der Einrichtungen davon aus, dass sie ihren Bedarf an Fachkräften nicht decken können.“

Ingo Schierenbeck, der Hauptgeschäftsführer der Arbeitnehmerkammer, fordert nun: „Wenn sich mehr Menschen für Pflegeberufe entscheiden sollen, müssen sich auch die Arbeitsbedingungen und Verdienstmöglichkeiten verbessern.“

Etwa zwei Drittel der Beschäftigten in der Pflege seien „vom Fach“, also examinierte Kranken- oder Altenpflegekräfte. Während in den Krankenhäusern fast ausschließlich Fachkräfte arbeiten, finden sich in der stationären Pflege die meisten Hilfskräfte. Allerdings werde in den Krankenhäusern über Veränderungen bei der Arbeitsteilung nachgedacht. In der Folge, so die Prognose, dürfte „der heute noch sehr hohe Fachkräfteanteil sinken“.

Insgesamt arbeiten 52 Prozent der Pflegekräfte in Teilzeit, weitere zehn Prozent in geringfügiger Beschäftigung, also in sogenannten Minijobs. Zum einen, weil die Betriebe mehr Teilzeitbeschäftigte einstellen, um die Dienstpläne flexibler gestalten zu können. Zum anderen sei die Teilzeit aber auch der Wunsch der Beschäftigten – manchmal auch deshalb, weil der Job in Vollzeit aufgrund der Belastung nicht mehr zu leisten sei. „Diese Flucht in Teilzeit müssen die Einrichtungen ernst nehmen“, sagt Schierenbeck. Wer den Fachkräftemangel beklage, müsse zunächst die schon vorhandenen Beschäftigten in die Lage versetzen, auf Wunsch Vollzeit zu arbeiten. „Hier sind die Einrichtungen in der Pflicht, den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu verbessern“, so Schierenbeck. · kuz

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