Floskeln und freie Stellen

Von motiviert bis frustriert: Jobsuche beim „Bremer Karrieretag“

Bremen - Von Viviane Reineking. Die Abiprüfungen stehen kurz bevor, doch am Freitag beschäftigen sich die Schüler Ben Skorzik und Tim Berghöfer vor allem mit der Zeit danach: Beim „Bremer Karrieretag“ informieren sie sich am Stand des Hauptzollamtes Bremen über ein duales Studium. Rund 3 500 Besucher erwartete der Veranstalter „Jobwoche“ aus Hamburg im Congress Centrum an der Bürgerweide.

„Casting für den Traumjob“ - so kündigte der Veranstalter die vierte Job-, Aus- und Weiterbildungsmesse an. Bei „Gesprächen in lockerer Atmosphäre“ sollten sich Bewerber, Unternehmen und Einrichtungen näherkommen. Doch das launige Motto täuscht ein wenig darüber hinweg, dass die Jobsuche für viele mittlerweile zum ermüdenden Dauerlauf geworden ist. 

So etwa für eine frustrierte Bewerberin aus Nordenham, die sich nach längerer Arbeitslosigkeit und zahlreichen Absagen beim „Bewerbungsmappen-Check“ Tipps und Verbesserungsvorschläge von Volker Schwabe erhofft. Der Jobcoach kennt die Schwächen vieler Bewerbungen: „Anschreiben sind oft zu allgemein gehalten, bestehen häufig aus Floskeln aus dem Internet.“ Die Menschen trauten sich häufig nicht, über sich zu schreiben. Dabei sollte eine Bewerbung Ausdruck der eigenen Persönlichkeit sein, so der Experte.

65 Aussteller präsentieren sich auf dem „Karrieretag“, „es ist aus jeder Branche etwas dabei“, so Benedikt Rousseaux vom Veranstalter. Darunter das Unternehmen Deutsche Windtechnik, Feuerwehr und Polizei Bremen, die Residenz-Gruppe, die Hafenakademie in Hamburg.

Und eben das Hauptzollamt. Teamgeist, Einsatzbereitschaft, gute Umgangsformen und Allgemeinwissen sollte nach Angaben von Specher Volker von Maurich mitbringen, wer sich für den mittleren oder gehobenen Dienst etwa als Zollbeamter oder als Verwaltungsinformatiker bewirbt. Ben Skorzik und Tim Berghöfer von der Oberschule am Leibnizplatz nehmen sich Infomaterial mit. Sie interessieren sich für ein duales Studium für den gehobenen Verwaltungsdienst beim Zoll. Reizvoll finden die motivierten 18-Jährigen vor allem „die abwechslungsreiche Arbeit auch außerhalb des Büros und die Aufstiegschancen“.

Geschäftsführer Burkhard Otto und Schulleiter Carsten Bausch werben derweil auf der Messe für ein Studium zum Kommunikationsdesigner an der Kunstschule Wandsbek. Seit 2010 ist die Berufsfachschule an der Straße Außer der Schleifmühle 4 beheimatet. „Viele wissen nicht, dass es auch einen kreativen Beruf gibt, mit dem man Geld verdienen kann“, so Otto. Für den Studienstart im April seien noch Plätze frei, die Kosten betragen laut Otto 425 Euro im Monat. Bewerber müssten etwa mit Farben umgehen können und „für die Gestaltung brennen“.

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