„Flixen" in Kneipen oder im Focke-Museum

Mobile Tischkicker

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Kickern verbindet: Daniel Selenkowitsch (l.) und Thorben Köhn gründeten 2014 mit ihrem bundesweit einzigartigen Konzept das Startup „Flixen“. Sie bringen ihre mobilen Kickertische dorthin, wo Menschen spielen wollen.

Bremen - Von Janet Binder. Mobiles Kickern auf Bundesliganiveau: Thorben Köhn und Daniel Selenkowitsch bauen ihre Tischkicker überall auf, wo Menschen zusammenkommen. Im Jahr 2015 organisierten die beiden 100 Turniere in Kneipen. Nun wollen sie ihr Konzept bundesweit bekannt machen.

Thorben Köhn ist ein Macher. „Bevor ich mich beschwere, dass es Sachen nicht gibt, nehme ich sie selbst in die Hand“, sagt der 38-Jährige. Der Politikwissenschaftler organisiert in Bremen die „Wilde Fußballliga“ sowie eine „Wilde Kickerliga“ mit. Ihn störte allerdings, dass die Kicker-Turniere in immer denselben Kneipen ausgetragen wurden, denn die schweren Tische konnten ja nicht einfach woandershin transportiert werden. Er kannte aber die mobilen Tischkicker der Bremer Manufaktur Flix GmbH, und in ihm reifte eine Idee: Turniere auch abseits von verrauchten Räumen zu organisieren – zum Beispiel an der Weser, auf dem Bremer Marktplatz und in seinen Lieblingskneipen. Aus der Vision wurde Realität.

Zusammen mit dem 30-jährigen Daniel Selenkowitsch gründete er 2014 das Startup „Flixen“. Die Bremer erwarben dafür vier mobile Kickertische namens „Flix libero“ mit Wettbewerbsqualität. Trotz des robusten Baus sind die Tische in kürzester Zeit aufgebaut; Köhn und Selenkowitsch brauchen nicht einmal drei Minuten für einen. Matthias Biehler von der Flix GmbH hatte die Tische eher so nebenbei erfunden und gebaut – weil er für zu Hause einen Tisch haben wollte, den er auch platzsparend in die Ecke stellen konnte. Eigentlich baut Biehler mobile Küchen- und Büfettsysteme.

Köhn und Selenkowitsch bauten auf dem Kulturspektakel Breminale 2014 vier Kickertische auf – mit akkubetriebenen Flutlichtern. So konnte die ganze Nacht durchgespielt werden. „Die Leute fanden das toll“, erzählt Köhn. „Und wir hatten das Gefühl, für die mobilen Tische gibt es eine Chance.“ Er sprach seine Lieblingslokale an, ob sie Interesse an regelmäßigen Turnieren hätten. Sie hatten. Es kamen weitere Gaststätten hinzu.

Mehr als 100 Turniere hat das Duo so 2015 organisiert. „Das, was wir machen, gibt es sonst deutschlandweit nicht“, sagt Köhn. „Flixen“ ist für ihn nicht nur der Unternehmensname, sondern auch ein Verb für mobiles Kickern mit Flutlicht. Drei bis vier Mal pro Woche baut das „Flixen“-Team Tische in Kneipen auf. Doch nicht nur das. Die Gründer bringen auch einen DJ und auf Wunsch den Deutschen Meister im Kickern mit. „Das Kickern verbindet“, sagt Köhn. Bisher Fremde freunden sich an, weil immer wieder neue Teams gebildet werden müssen. „Es ist ein Miteinander, kein Gegeneinander“, sagt Köhn.

Am Freitag, 5. Februar, bieten die „Flixen“-Gründer ein Turnier im Bremer Focke-Museum an, das zurzeit die Sonderschau „Fußball. Halleluja!“ zeigt. Wie mobil die Tische sind, stellten zwei Bremer Studenten schon unter Beweis, als sie einen „Flix libero“ mit auf Weltreise nahmen. Sie packten ihn in ihren Bus und bauten ihn am Strand oder auf einem belebten Platz auf, um mit Menschen in Kontakt zu kommen.

Die Bremer gehen auf Expansionskurs. „Zukünftig wollen wir im ganzen Nordwesten Turniere anbieten“, so Köhn. Auch könnte er sich vorstellen, die Turnieridee als Franchise-System bundesweit auszubauen.

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