9 999 Euro gibt es für den besten 99-Sekunden-Film / Drehzeit: 99 Stunden

Die fliegende Kamera

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Mit diesem selbstgebauten Fluggerät haben Jan Ahrens (r.) und Maik Wendler im Bürgerpark beeindruckende Kameraaufnahmen für ihren Kurzfilm gemacht. ·

Bremen - Von Nina SeegersAls Maik Wendler und Jan Ahrens bei Eisregen im Bremer Bürgerpark einen sogenannten Oktokopter stundenlang per Fernsteuerung durch die Luft fliegen ließen, frönten die beiden Freunde keineswegs ihrer Vorliebe für Modellflugzeuge. Sie drehten vielmehr im Rahmen eines Wettbewerbs einen Kurzfilm mit einer ganz besonderen Kameratechnik.

Genau 99 Stunden hatten Maik Wendler (29) aus Bremen und Jan Ahrens (32) aus Ritterhude Zeit, einen Kurzfilm einzureichen, der eine Länge von genau 99 Sekunden hat. Das Thema lautete: „Wir machen’s einfach“. Die Vorgaben für diesen Wettbewerb stammen von der Agentur „Exit-Media GmbH“. „Wir rechnen mit rund 2 000 Einreichungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz“, sagt eine Mitarbeiterin der Agentur.

Maik und Jan müssen sich mit ihrem Film also gegen eine große Konkurrenz durchsetzen. Gestern Mittag um 13 Uhr haben sie den Film bei dem Wettbewerbsveranstalter eingereicht, da waren die 99 Stunden nach Bekanntgabe des Themas abgelaufen. Etwas müde und erschöpft erscheinen sie danach zum Interview. „Nachdem wir am Freitagmorgen das Thema erfahren haben, haben wir zuerst ganz viele Ideen für ein Drehbuch gesammelt und wieder verworfen“, so die beiden Amateurfilmer. Erst am Sonnabendnachmittag stand die Handlung des Films endlich. „Das einzige, was uns von Anfang an klar war, war, dass wir für den Film eine bestimmte Kameratechnik anwenden wollen“, erklärt Maik und zeigt dabei auf seinen Kompagnon. Jan machte nämlich vor etwa drei Jahren sein Hobby zum Beruf und stellt seitdem technische Fluggeräte her, die vor allem auf Film- und Fotoaufnahmen ausgelegt sind.

Der besondere Clou dieses ferngesteuerten, fliegenden Kamerasystems ist, dass es problemlos hochauflösende Kameras trägt und so sehr ruhige Kamerafahrten ermöglicht. Die Erfindung dieses Fluggeräts ist auch zum Thema des Films mit dem Titel „Düsentrieb“ geworden: So sieht man in dem 99-sekündigen Streifen zwei Filmemacher, die zunächst umständlich eine Joggerin im Bürgerpark filmen und dann die Idee haben, die Kamera an einem eigens entwickelten Fluggerät zu befestigen. Der Plot ist einfach gehalten, die Kamerafahrten sind dafür umso beeindruckender. „Den Preis in der Kategorie ´Beste Kamera` haben wir uns deshalb echt verdient“, finden Maik und Jan.

Die Jury, die zur Zeit die vielen Kurzfilme sichtet, ist prominent besetzt: Unter anderem mit dabei sind bekannte Schauspieler wie Ursula Karven, Kai Wiesinger, Sonja Kirchberger und Bettina Zimmermann. Sie küren die Gewinner in den Kategorien „Beste Idee“, „Beste Kamera“ und „Bester Film“.

Letztgenannte Kategorie ist mit 9 999 Euro dotiert. Für den Gewinner des Publikumspreises kann jeder auf http://www.myvideo.de abstimmen. Mitte Februar findet dann zum krönenden Abschluss eine große Gala im Berliner Admiralspalast statt.

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