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Bremer Wohnungsgesellschaft Gewoba modernisiert ihr Hochhaus für 16,5 Millionen Euro

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Von: Thomas Kuzaj

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Mit Spielzone: Olga Wertz im Eltern-Kind-Büro.
Mit Spielzone: Olga Wertz im Eltern-Kind-Büro. © Kuzaj

Bremen – Nach 50 Jahren zeigt sich das Gewoba-Hochhaus am Rembertiring in einem neuen Look. Größere Fenster und fein geriffelte Keramikkacheln verleihen der Fassade des Büroturms etwas schwebend Leichtes. Innen wurde ebenfalls tüchtig modernisiert. Jetzt sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen; im Dezember sollen die letzten der temporär ausquartierten 320 Beschäftigten in ihre Büros zurückkehren.

Im Juli 2018 hatten die Arbeiten begonnen. Sie blieben im Zeit- und Kostenplan, so Gewoba-Sprecherin Christine Dose. „Es war eine Super-Teamleistung“, sagt Vorstandschef Peter Stubbe. Und es war nötig, betont Prokurist und Hauptabteilungsleiter Lars Gomolka: „Die Fassade war praktisch nicht gedämmt, die Sicherheitstechnik im Haus nicht auf dem neuesten Stand – und für die Fenster gab es keine Ersatzteile mehr.“ Waren sie kaputt, wurden die Fenster verschraubt.

Das Gewoba-Hochhaus am Rembertiring 27 im Bremer Novembernebel.
Das Gewoba-Hochhaus am Rembertiring 27 im Bremer Novembernebel. © Kuzaj

Also wurde für 16,5 Millionen Euro (Budget: eingehalten) einmal alles gründlich neu gemacht. Das 1969/70 errichtete Hochhaus (13 Geschosse plus Technikaufbauten) des Bremer Architekten Martin Zill (1907 bis 1978) bekam einen neuen Brandschutz, eine zeitgemäße Lüftungsanlage und auch einen äußeren Sonnenschutz. Und einen elegant integrierten, gut 1 700 Quadratmeter großen Anbau (Hochhaus: 6 530 Quadratmeter).

Bremer Gewoba-Hochhaus soll Ziel für Stadtführungen werden

Um- und Neubau hat das Berliner Büro Springer Architekten geplant. Um die Innenplanung samt Farbkonzept – abgestufte Grüntöne – kümmerte sich die Bremer Gruppe für Gestaltung (GfG): Unten dunkler, in der Mitte heller, oben wieder dunkler. Apropos oben – im 13. Stock gibt es nun eine verglaste Außenterrasse. Nach Corona soll sie für Touren des Bremer Anbieters „Statt-Reisen“ genutzt werden sagt Gomolka. Thema: Bremen von oben. Ähnliches plane die Gewoba auch auf dem Dach des früheren Bundeswehr-Hochhauses. Doch zurück zur Zentrale. Hoch oben wurde hier ein Falkennistkasten eingerichtet. Falken sollen dazu beitragen, Tauben zu vergrämen. Noch mehr Natur: eine begrünte 356-Quadratmeter-Dachfläche auf dem dritten Geschoss bietet unter anderem Insekten Lebensräume.

IT-Experte Thorsten Klebauschke an der Videowand in einem der neuen Projekträume.
IT-Experte Thorsten Klebauschke an der Videowand in einem der neuen Projekträume. © Kuzaj

Doch gehen wir wieder hinein. Die Büros bieten in der Regel Platz für zwei bis drei Beschäftigte. „Es wurde bewusst auf die Einrichtung von Großraumbüros verzichtet“, heißt es. Stattdessen ist Flexibilität angesagt, wie IT-Experte Thorsten Klebauschke erklärt: „Mobiles Arbeiten. Der Anwender wird unabhängiger von seinem stationären Büro.“ Andocksysteme machen es möglich, praktisch überall zu arbeiten. Das Raumbuchungssystem läuft nun ebenfalls digital. Homeoffice und Videokonferenzen haben Konjunktur – eine Entwicklung, die durch Corona noch beschleunigt wurde, das gilt auch hier.

Bremer Gewoba-Mitarbeiter entscheiden über Funktionsräume mit

Das neue IT-Netzwerk erleichtert zudem die Nutzung neuer Funktionsräume, die unter Beteiligung der Mitarbeiter eingeführt und eingerichtet worden sind, wie Olga Wertz berichtet. Zwei Projekt- und Arbeitsräume für spontane (und abteilungsübergreifende) Meetings gehören dazu – einer für den „ruhigen Austausch“, der andere „aktivierend“ gestaltet, mit Sichtmauerwerk und klaren Linien. Und auch das Eltern-Kind-Büro gehört dazu. Mit Spielzimmer, Hausaufgabentisch und zwei Erwachsenenarbeitsplätzen – da kann auch mal der Kollege die Kinder im Auge behalten. Das Bistro in der dritten Etage ist ebenfalls unter Beteiligung der Beschäftigten entstanden, sagt Projektleiterin Carmen Kulmann. Auch hier: Aufteilung in einen ruhigeren Raum und einen mit mehr Action – drei Mikrowellen, Tischkicker, Dartscheibe.

Aus Keramik: die Fassadenkacheln.
Aus Keramik: die Fassadenkacheln. © Kuzaj

Insgesamt wirkt trotz vieler Veränderungen alles wie aus einem Guss. „Wir haben erstmals auch baulich eine Gewoba“, so formuliert es Vorstandschef Stubbe.

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