Flexibilität und Infrastruktur

Blick über die Innenstadt in Richtung Brill und Faulenquartier: „Politischer Mut“ für Veränderungen wird gefordert – zum Beispiel durch eine radikale Neugestaltung des Bereichs Lloyd- und Hanseatenhof (Foto).

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Besonders schlimm waren die ersten beiden Quartale, die waren „katastrophal“. Danach kam Besserung in Sicht. Und jetzt blickt man bei der Handelskammer Bremen und bei der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven schon wieder optimistisch nach vorn.

Obwohl es gestern im Haus Schütting eigentlich um einen Rückblick ging – um den gemeinsamen Rückblick auf das Jahr 2009, präsentiert vom scheidenden Präses Lutz Peper (Bremen) und vom Präsidenten Claus Brüggemann (Bremerhaven).

Es gelte, aus der Krise zu lernen, so der Appell Pepers. Und das bedeute für die Hafenwirtschaft: „Nicht mehr gegen Hamburg kämpfen, sondern gemeinsam auftreten.“ Es bedeute weiter, Hafengebühren und Lotsenkosten niedrig zu halten. Ein Verzicht auf Erhöhungen genügt den Kammern nicht. Es bedeute auch, Finanzierungsbedingungen für Unternehmen schnell zu verbessern. Das Bundesland Bremen könne von der weltweit wieder anziehenden Exportkonjunktur profitieren und gestärkt hervorgehen. Dazu brauche es aber ein unternehmerfreundliches Wirtschaftsklima. Peper: „Neues Wachstum wird sich nicht von allein ergeben.“ Auch nicht an einem ausgewiesenen maritimen Industrie- und Logistikstandort. „Im aufkommenden Aufschwung brauchen wir eine Gemeinschaftsinitiative von Politik, Wirtschaft und Arbeitnehmern. Von den Leistungsträgern, nicht den Subventionsempfängern.“ Peper: „Wir müssen erst verdienen, was wir anschließend verteilen.“

Vor diesem Hintergrund müsse die Politik für einiges sorgen. Peper nannte unter anderem eine „größere Flexibilität des Arbeitsmarkts“, eine Senkung der Erbschaftssteuer für kleine und mittlere Betriebe und einen Ausbau der regionalen Verkehrsinfrastruktur. Der Präses, der noch bis zum nächsten Montag im Amt sein wird: „Weg mit wettbewerbsverzerrenden Subventionen! Ich erinnere nochmal an das unsägliche Beispiel Opel.“

Zurück in die Region. Werften prosperieren in Nischen, die Fisch- und Nahrungsmittelindustrie wächst, hinzu kommt die Windkraft: „Bremerhaven hat den Turn around geschafft“, sagt Claus Brüggemann. Was den Städtetourismus betreffe, habe sich die Bremerhavener Innenstadt mit den „Havenwelten“ praktisch „neu erfunden“. Nun gelte es, sich weiter als „Klimastadt“ zu profilieren.

Profilierung täte auch Bremens Innenstadt gut, meint die Handelskammer. Die Straßenbahn von der Obern- in die Martinistraße verlegen, mit „politischen Mut“ Platz für die Ansiedlung mittelständisch und bremisch geprägten Einzelhandels zu schaffen – das sind die Kammer-Vorschläge. Zudem sei Platz für innenstadtnahes Wohnen am Wasser wichtig. Mit Blick auf den demografischen Wandel werde Bremen bis 2030 eine steigende Einwohnerzahl vorausgesagt. Den „Rückwanderern aus dem Umland“ müsse Attraktives geboten werden.

WWW.

handelskammer-bremen.de

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