„Tag der Deutschen Imkerei“ gibt Einblicke in das Leben der Alleskönner / Heidmann: Garten so natürlich wie möglich lassen

Fleißge Bienen liegen voll im Trend

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Ungeahnte Details kommen ans Tageslicht: Felix Haupt (v.l.) schaut sich zusammen mit seinem Sohn Jakob und Bruder Moritz Bienen unter dem Mikroskop an.

Bremen - Von Steffen Koller. Sie sind klein, stachlig und vor allem überaus fleißig: Bienen sind aus Deutschland nicht wegzudenken, produzieren jährlich etwa 20 Tonnen Honig und sorgen dafür, dass viele Pflanzen überhaupt blühen können. Beim „Tag der Deutschen Imkerei“ informierten sich gestern in Bremen Besucher über Aufzuchtmethoden.

Der Lürkopp-Hof in Oberneuland liegt idyllisch im Grünen, Wildkräuter wachsen am Wegesrand, alte Bäume bieten den perfekten Lebensraum für Bienenvölker, die hier an jeder Ecke zu sehen sind. Es summt unaufhörlich, Tausende der kleinen Insekten krabbeln aus ihren Behausungen und sammeln fleißig Blütenstaub. Gestern sind viele Einsteiger gekommen, die sich wertvolle Tipps von Fachleuten abholen, wie ein Bienenvolk richtig gedeiht und so nicht nur der Umwelt etwas Gutes tut, sondern auch einen leckeren Brotaufstrich möglich macht.

Einer dieser Experten ist Dieter Heidmann vom Imkerverein Bremen, der in den vergangenen Jahren einen interessanten Trend ausgemacht hat. Besonders in den Städten würden viele auf die eigene Bienenzucht setzen, auch junge Leute begeisterten sich zunehmend für die Imkerei. Anders, als vielleicht angenommen, biete die Stadt mittlerweile einen idealen Standort für Bienenvölker. „Auf dem Land finden wird heute oft Monokulturen, in der Stadt ist das nicht der Fall“, so Heidmann, der ein Bewusstsein für die stacheligen Alleskönner schaffen möchte. „Hunde und Katzen kennt jeder, Bienen stellen einen eigenen Kosmos dar.“

Mit Kursen und Exkursionen für Schulklassen wolle man als Imker schon früh „eine Lobby für die Bienen schaffen“, meint Heidmann. „Die Biene ist auf den Schutz des Imkers angewiesen“, erklärt er weiter. Dass das Konzept aufgeht, zeigt sich auch beim Fest. Viele Kinder und Jugendliche erkunden das Areal, ein Querschnitt eines Bienenvolkes gibt ungeahnte Einblicke in das Innenleben eines solchen Insektenstaates, mit Mikroskopen werden Details des Sechsbeiners sichtbar, die sonst niemals zu erkennen wären. Heidmann sagt, dass jeder, der einen Garten hat, mit einfachsten Mittel etwas für die Bienen tun kann. „Lassen Sie Ihren Garten einfach so natürlich wie möglich. Heimische Pflanzen und ein Insektenhotel reichen schon vollkommen aus.“ Abschließend fügt er an: „Heute ist alles so aufgeräumt in den Gärten, das mögen Bienen nicht.“

www.bremer-imker.de

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