„Bremen Classic Motorshow“ zeigt in einer Sonderschau „Klassiker abseits der Serienfertigung“

Fischsilbergraue Traumautos

Der Adler Autobahn 2,5 Liter Sport von 1938 ist das Plakatmotiv der „Bremen Classic Motorshow 2011“.

Bremen - Von Jörg EsserBREMEN · „Wir zeigen Klassiker abseits der Serienfertigung“, sagt Frank Ruge, Projektleiter der „Bremen Classic Motorshow“. Bei der achten Auflage der Oldtimermesse vom 4. bis 6. Februar 2011 stehen „deutsche Automobile mit Sonderkarosserien“ im Mittelpunkt der Sonderschau.

Wer die nötigen Millionen besitzt, der kauft kein Auto von der Stange. Das war früher in der 20er und 30er Jahren schon so, zur Hoch-Zeit der Industriealisierung. Blaublüter wie Prinz Bernhard von den Niederlanden, Filmgrößen wie Emil Jannings, Rennfahrerlegenden wie Rudolf Caracciola und Bernd Rosemeyer und Industrielle wie Ernst Heinkel ließen sich ihre Wunschkarosserien maßschneidern. Und allein in Deutschland gab es über 300 Spezialisten, die Flugzeuginstrumente im Fahrzeugcockpit einbauten, die Gepäckbrücken unter der Beifahrertür installierten und Luxusmobile mit einer fischsilbergrauen Lackierung veredelten.

„Wir setzen einen wichtigen Aspekt deutscher Automobilgeschichte mit Fahrzeugen in Szene, die für viele wahre Traumautos sind“, sagt Ruge. So wird bei den „Classics“ in den Bremer Messehallen gut ein Dutzend seltener Aufbauten präsentiert, die Karosseriebauunternehmen wie Erdmann & Rossi und Rometsch aus Berlin, Gläser aus Dresden, Hebmüller aus Wuppertal und Karmann aus Osnabrück für deutsche Traditionsmarken kreierten.

Erdmann & Rossi galten als „Rolls Royce unter den Veredlern“. Und so zeigt die Motorshow auch eine Arbeit der Edel-Schmiede: einen Mercedes-Benz 540 Kompressor Cabriolet (Baujahr 1938), einer Leihgabe aus dem berühmten Museum der Schlumpf-Brüder aus Mülhausen im Elsass. Zu den frühen Fans der 1898 von Willi Erdmann gegründeten Firma, so notieren Historiker, zählte wohl Kaiser Wilhelm II.. Der jedenfalls bestellte im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts seine rollenden Geschenke für ausländische Staatsgäste an der Spree.

Aus den 30er Jahren stammt das Plakatmotiv der Messe, der Adler Autobahn 2,5 Liter Sport, den die Berliner Firma Ambi-Budd mit einer aerodynamischen Karosserie auf dem Fahrgestell bestückte. Vielreisenden sollte so eine angenehme Fahrt mit geringerem Treibstoffverbrauch und weniger Windgeräuschen ermöglicht werden.

Auch für die Zweirad-Fans hat Ruge eine Sonderschau im Angebot. Ihr Titel lautet: „Deutsche Motorräder mit Einbau-Motoren“. Gewürdigt werden soll die konstruktive und unternehmerische Leistung der deutschen Konfektionsmarken aus dem gesamten 20. Jahrhundert.

Mit dem Projekt „Junge Klassiker“ wagt die Messe den Versuch, das Schubladendenken aufzubrechen. „Wir stellen Autos aus den späten 60ern bis zu den frühen 90ern aus, die nur durch sehr wenige Hände gegangen sind und extrem wenig Kilometer auf dem Tacho haben“, sagt der Projektleiter. „Und alle sind käuflich.“

Zur „Bremen Classic Motorshow“ werden wieder rund 550 Aussteller erwartet. 2010 zog die Oldtimermesse über 36 000 Besucher in die sieben Hallen.

· Die „Bremen Classic Motorshow“ öffnet vom 4. bis 6. Februar 2011 jeweils von 9 bis 18 Uhr. Die Tageskarte kostet 13 Euro.

WWW.

classicmotorshow.de

messe-bremen.de

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