Stahl trifft auf Holz 

Firma „Aggregat” produziert in Bremen individuelle Designermöbel

Jonas Wagner (l.) und Malte von Hörsten begutachten in ihrer Manufaktur in Oslebshausen nach Fertigstellung den Prototypen des „Koolt Esstisch“. - Foto: Seegers

Bremen - Von Nina Seegers. Hochwertige Designermöbel aus Stahl und Massivholz produzieren Jonas Wagner und Malte von Hörsten im Hafen von Oslebshausen. Der Clou: Auf der Homepage ihrer neu gegründeten Firma „Aggregat” kann der Kunde sein Möbelstück selbst mitkreieren.

„Für den Anfang haben wir zwölf unterschiedliche Möbelstücke entworfen, die dem Kunden als Vorlage dienen”, sagt Malte von Hörsten und lässt dabei seinen Blick über die einzelnen Prototypen schweifen. Bei jedem Möbelstück kann der Kunde selbst unter anderem über Größe, Holzsorte und Farbe des Stahlrahmens bestimmen. „Wir haben das zusammengerechnet: Der Kunde hat theoretisch 16 000 Variationsmöglichkeiten”, sagt Jonas Wagner und streicht über die massive Tischplatte aus Asteiche. Die Chance, dass zwei Kunden ein identisches Möbelstück in Auftrag geben, ist also äußerst gering – die Wahrscheinlichkeit, ein Unikat zu kaufen, hingegen groß.

In dem lichtdurchfluteten Loft wirken die produzierten Tische, Hocker und Sideboards wie die Exponate einer Design-Möbelausstellung. Die riesige Halle zeichnet sich durch große Fensterfronten aus. Dass das Loft aber eine Manufaktur und kein expliziter Ausstellungsraum ist, verraten Maschinen wie Formatkreissäge, Tischhobel und Tischfrese sowie diverse Holzplatten und meterlange Stahlstangen. „Wir sind sehr glücklich, dass wir nach langer Suche diese Location gefunden haben”, sagt Wagner. Die Halle in dem 50er-Jahre- Bau war einst die Kantine einer großen Firma aus der Ölindustrie.

Von Hörsten und Wagner bedienen mit ihrer Geschäftsidee einen Markt, der irgendwo zwischen Massenproduktion großer Möbelhäuser und Maßanfertigung kleiner Tischlereien anzusiedeln ist. Das nordisch geprägte Design ihrer Möbel sei schlicht und markant, modern und zeitlos. So gibt es den „Ruumschipp Hocker” und den „Koolt Esstisch“. Um den Bezug zur Region herzustellen, haben die Firmengründer ihren Möbeln bewusst plattdeutsche Namen gegeben.

Gerade erst ist „Aggregat” online gegangen. Es bedurfte also nur eines Klicks, die Firma für offiziell eröffnet zu erklären. Die Vorbereitung der Existenzgründung hat hingegen etwa ein Jahr gedauert. „Seit vergangenem Sommer arbeiten wir fast rund um die Uhr”, sagt von Hörsten. Vom Möbeldesign über die Produktion, Marketing und Vertrieb machen die beiden Mittzwanziger alles selbst. „Wir stehen ja noch ganz am Anfang, da können wir uns einfach keine Mitarbeiter leisten”, so Wagner. „Hinzu kommt, dass wir uns mit der Firma einen Traum erfüllt haben, und wir große Freude daran haben, alles allein steuern und bestimmen zu können.”

Wagner kommt aus Schwarme, von Hörsten aus Celle. Während der Ausbildung zum Industrie-Mechatroniker bei Mercedes in Bremen lernten sich die beiden Niedersachsen kennen und schätzen. Seitdem sind sie enge Kollegen und beste Freunde. Ihre Ausbildung ergänzten sie in Hannover um ein Maschinenbau-Studium. „Da das Studium aber ganz schön trocken war, haben wir nebenbei an unserer Geschäftsidee gefeilt”, erzählt von Hörsten. Und schließlich haben sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt.

Die Wahl-Bremer haben offensichtlich gute Ideen, ein Bewusstsein für Ästhetik und ein großes Know-How. Vor Mut und Energie strotzen sie nur so, das wird im Interview deutlich. Ihr Ziel: „Aggregat“ soll eines Tages eine namhafte Möbelmarke sein – „eine Marke, die für Design, Qualität und transparente Produktionsbedingungen steht”, sagt Wagner.

www.aggregat-bremen.de

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