„Krimskrams-Geschichten“ 

„Acelga Quintett“: „Firlefanz“ trifft auf „Kribbeskrabbes“

Nicht nur die Zuschauer hatten einiges zu lachen, auch die Musiker trainierten bei den „Krimskrams-Geschichten“ am Sonntag in der Glocke ordentlich die Lachmuskeln. - Foto: Koller

Bremen - Von Steffen Koller. Es sind kleine Abenteuer, die die Zuschauer am Sonntag im Bremer Konzerthaus Glocke erleben. Sie handeln von mutigen Prinzen und bösen Hexen – und von der Idee, dass das Leben und vor allem die Musik, zusammen doch am schönsten sind. Gemeinsam mit dem „Acelga Quintett“ begeben sich die rund 80 Besucher, darunter viele Kinder, auf die Reise von „Firlefranz“, „Kribbeskrabbes“ und Co.

Der Klang von Tröten hallt bereits Minuten vor Beginn der „Krimskrams-Geschichten“ durch die Gänge der Glocke. Mit Strohhalmen und daran befestigten Schirmchen beschallen die rund 30 Kinder den kleinen Saal des Konzerthauses an der Domsheide. Doch weil sie dabei nicht nur recht synchron in die improvisierten Instrumente blasen, sondern das Ganze letztlich auch sehr laut ist, könne man für die nächste Vorstellung ja mal nach dem großen Saal fragen, regt Moderatorin Ingrid Hausl an. Sie führt die Zuschauer – und damit auch die jungen Aushilfsmusiker – durch die rund einstündige Vorstellung, basierend auf dem Werk „Sechs Bagatellen für ein Bläserquintett“ des österreichisch-ungarischen Komponisten György Ligeti (1923 bis 2006).

Das Familienkonzert ist dabei gut zugeschnitten auf die quirligen Kids, die sich auf einem extra ausgelegten roten Teppich vor der Bühne tummeln. Denn passend zur Energie der Kinder, die anders als manche Mutter und mancher Vater, an einem Sonntagvormittag schon großen Enthusiasmus versprühen, geht es letztlich darum, fünf Personen und deren Sinn von Musik unter einen Hut zu bekommen. Da ist „Firlefranz, der viel heißen Dampf ablässt und glaubt, er sei der Allergrößte. Selbstverliebt schwebt „Kribbeskrabbes“ über alles hinweg, während „Madame La Palie“ eigentlich nur traurige Gedanken hat. Über alles könne man Witze reißen, glaubt „Kinderwitz“ und „Pillepaule“ ist überhaupt nicht zum Lachen. Zu schwer sei das Leben, glaubt er. Doch wie sollen diese Charaktere nur ein gemeinsames Konzert gestalten?

Mit Witz, Charme und der Fähigkeit, sich in die Gedankenwelt der Kinder hineinzuversetzen, erzählen die Musiker vom „Acelga Quintett“ zusammen mit Erzählerin Ingrid Hausl nicht nur die Geschichte des „König Jammerschlappen“, sie schaffen auch ein kurzweiliges Konzert zum Schmunzeln und Mitmachen. Denn neben der Instrumentenkunde rund um Oboe, Fagott, Horn, Klarinette und Querflöte wird den Kindern vermittelt: Zusammen geht’s oft besser. Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, schmeckt es am Ende überhaupt nicht. So musizieren eben nicht nur auf der Bühne, sondern auch vor Bühne alle gemeinsam. Und schon wird es am Ende auch ein Genuss für die Ohren.

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