Gericht verurteilt Männer zu Gefängnisstrafen

Fingerzeig für Cannabisexperten

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Der Prozessauftakt vor einer guten Woche. Dank des „Deals“ war das Verfahren schnell zu Ende. 

Bremen - Von Steffen Koller. „Sie hätten die Finger von dem Zeug lassen sollen, und zwar sofort“, sagte der Vorsitzende Richter Thorsten Prange in der Urteilsbegründung.

Das Landgericht Bremen hat am Freitag zwei Männer im Alter von 35 und 37 Jahren wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der 35-Jährige muss für drei Jahre und elf Monate ins Gefängnis, sein mitangeklagter Komplize für zwei Jahre und neun Monate, urteilte die Kammer.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Duo vorgeworfen, Handel und Anbau von Marihuana im großen Stil betrieben zu haben. Beide Männer legten in dem erst seit vergangener Woche laufenden Verfahren umfangreiche Geständnisse ab und räumten ein, unter anderem eine eigene Indoor-Plantage in einer Dachgeschosswohnung in Bremen betrieben zu haben. Dabei ernteten die Angeklagten rund zwei Kilo Cannabis, das sie wiederum weiter verkauften. Der 35-Jährige, der als Geschäftsführer eines sogenannten Growshops in der Bremer Bahnhofsvorstadt tätig war und sich über Jahre zu einem „Cannabisexperten“ entwickelte, habe „Handel in ganz erheblichem Umfang“ betrieben, sagte Prange. „Das zieht sich durch die letzten sieben Jahre Ihres Lebens.“

Wert der Drogen: mindestens 20. 000 Euro

Der 37-jährige Komplize hatte unter anderem zugegeben, 8,4 Kilo Cannabis aus einer Lagerhalle in der Nähe von Nienburg abgeholt zu haben. Auch diese Menge, die Prange als „einen ziemlichen Hammer“ bezeichnete, war zum Weiterverkauf bestimmt. Wert der Drogen: mindestens 20. 000 Euro. Beide Männer, die wegen Drogendelikten vorbestraft sind, waren vergangene Woche bereit, einen „Deal“ einzugehen. Beide legten umfangreiche Geständnisse ab, im Gegenzug wurde ein vorher ausgehandelter Strafrahmen nicht überschritten. Die Geständnisse habe das Gericht „respektiert und honoriert“, so Prange.

Beim 35-jährigen Angeklagten, der gestern unter Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen wurde, fanden Ermittler bei der Durchsuchung seiner Wohnung zudem rund 460 Gramm Marihuana, fast 350 Gramm Cannabisharz (Haschisch) und mehrere hundert Gramm Amphetamine. Alle Drogen waren bereits portioniert und zum Weiterverkauf bestimmt. Außerdem stellten Polizisten beim Mann eine Schusswaffe sicher, die er zwar selbst als „Erbstück“ bezeichnete, dennoch im Zusammenhang mit seinem Drogenverkauf „eine schlechte Kombination“ darstelle, meinte Prange. Der 35-Jährige wurde zusätzlich wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. „Das Urteil dieses Mal war ein Streifschuss. Sehen wir Sie hier nochmal, wird es ein Volltreffer“, sagte Prange.

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