Gericht entscheidet über spektakuläre Fälle / Reichlich Arbeit für Polizei und Feuerwehr

Finanzspritzen, Protest, Bauprojekte

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Die Dorint-Gruppe übernimmt das Park Hotel und bewahrt das Haus damit vor dem Aus. ·

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Bremen unterstützt die klamme private Jacobs-Uni in den nächsten Jahren mit insgesamt 15 Millionen Euro, übernimmt das finanziell angeschlagene Universum und modernisiert es mit knapp neun Millionen Euro.

Die Kölner Dorint-Gruppe rettet Bremens einziges Fünf-Sterne-Hotel, das Park Hotel, der sogenannte Brechmittelprozess wird eingestellt, Beamte protestieren gegen die Nullrunde, Schüler während der Schulzeit gegen zu wenig Bildung, und auf dem Domshof wird kräftig gebaut. Bei der Polizei und vor Gericht gab es einige spektakuläre Fälle. Das ist das Jahr 2013 in aller Kürze.

Im Februar droht dem Universum die Insolvenz. Die rot-grüne Koalition bastelt schnell an Plänen, um das spannende Science Center als „Marke“ zu erhalten. Die Wirtschafsdeputation gibt grünes Licht für die Übernahme. Nun wird der weithin sichtbare „Wal“ in Uni-nähe bis 2018 revitalisiert.

Und auch bei der Jacobs-Uni in Grohn springt Bremen mit einer Finanzspritze ein. Über fünf Jahre werden jeweils drei Millionen Euro lockergemacht. Dafür soll halbjährlich streng kontrolliert werden, damit die Privat-Uni ihre Millionenschulden abbaut. Die Stiftung der Familie Jacobs gibt den Rest (78 Millionen Euro) der zugesagten 200 Millionen Euro und schießt ab 2018 über zehn Jahre jährlich acht Millionen Euro zu. Auf Prof. Heinz-Otto Peitgen an der Spitze wird die Uni allerdings ab Januar verzichten müssen: Der Präsident verlässt nach gerade mal einem Jahr im Amt wegen „unterschiedlicher Zukunftsauffassungen“ die Uni. Eine Finanzspritze in Höhe von 199 Millionen Euro gibt Bremen bis 2017 der Klinik-Holding Gesundheit Nord (Geno), die in die Miesen gerutscht ist. Ein „dicker Brocken“ für die Geno ist der Neubau des Klinikums Mitte, der inzwischen statt 230 wohl rund 270 Millionen Euro kosten und erst im Sommer 2015 statt im Herbst 2014 bezugsbereit sein wird.

Dafür, dass den Bremern das traditionsreiche und einzige Fünf-Sterne-Hotel erhalten bleibt, sorgt die Dorint-Gruppe, bis dahin Miteigentümerin, aber nicht Betreiberin. Sie nimmt das Park Hotel als neue Betreiberin unter ihre Fittiche und behält alle 193 Mitarbeiter. Für 1,5 Millionen Euro soll das Haus erstmal renoviert werden.

Mehr Geld hätten auch gern die Beamten sowie Schüler und Lehrer. Mehrfach kommt es in diesem Jahr zu Protesten – gegen die Nullrunde für die Beamten, für Bildung.

Richtig rund geht es auf dem Domshof: Auf der einen Seite baut die Bremer Landesbank für einen zweistelligen Millionenbetrag ein neues Domizil. Erst der vorsichtige Abriss (die historischen Mauern bleiben stehen), seit Mitte November folgt der Rohbau. Auf der anderen Seite hat Bauunternehmer Thomas Stefes das Gebäude, in dem die Commerzbank (früher Bremer Bank) residiert, gekauft. Von außen weniger auffällig als bei der Landesbank, investiert Stefes ebenfalls einen zweistelligen Millionenbetrag in den Umbau des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes.

Wenn es nicht noch weitere Verzögerungen gibt, könnte nach Jahren der Planung im Frühjahr 2014 auch endlich Baubeginn auf dem Bahnhofsvorplatz sein. Ein Hamburger Investor hat das Grundstück gekauft und will einen zweiteiligen Komplex mit Hotel, Büros und Läden errichten. Brepark und Bauressort wollen hier einziehen.

Die Feuerwehr macht im Januar eine grausige Entdeckung: Die Beamten finden auf einer brennenden Parzelle in Grolland die Leichen eines Vaters und seiner zwei Kinder. Wie sich später zum Entsetzen der Mutter herausstellt, soll der Vater aus ungeklärten Gründen die Kinder erschlagen und den Brand gelegt haben.

In die Psychiatrie wird ein 63-Jähriger eingewiesen, der sich wegen Mordes an seinem Bruder verantworten muss. Da der Mann laut Gericht unter einer starken Psychose leidet, könne er für die Tat nicht bestraft werden. Wegen Missbrauchs eines 20-Jährigen stehen im April zwei Männer vor Gericht. Sie sollen den jungen Mann zuvor mit K.o.-Tropfen betäubt haben. Das Urteil: fünf Jahre Haft. Alle Beteiligten legen Berufung ein. Neun Jahre Haft wegen Mordes kassiert ein 20-jähriger Türke, der sich von einem 46-Jährigen beleidigt fühlte. Er erschoss den Mann in einem Parkhaus. Ebenfalls eine Haftstrafe von neun Jahren wegen versuchten Totschlags bekommt ein 40-jähriger Türke, der seine Ex-Frau vor den Augen seiner Kinder auf einem Schulhof in Osterholz niedergestochen hat. Er wird in die Psychiatrie eingewiesen.

Mit einer Bewährungsstrafe kommt ein krebskranker Mann davon, der sein Liebesleben aufpeppen wollte und seiner Frau sexuell stimulierende Tropfen in den Saft gemischt hatte. Die Frau erkrankte schwer.

Ein Ende findet der sogenannte Brechmittelprozess. Der angeklagte Arzt muss 20 000 Euro an die Mutter eines mutmaßlichen Drogendealers aus Sierra Leone zahlen, dann wird der Prozess eingestellt. Der Arzt hatte dem Mann im Polizeigewahrsam Brechmittel verabreicht, er fiel ins Koma und starb. Die genaue Todesursache blieb ungeklärt. Der Angeklagte gilt auf Dauer als verhandlungsunfähig.

Im Juli vernichtet ein Großbrand einen Baumarkt in Walle. Schaden: vier Millionen Euro. Die Kripo geht von Brandstiftung aus.

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