Stroetinga/Selenati vorn

Fieber: Theo Reinhardt steigt aus

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Eines der Favoritenpaare ist gesprengt: Theo Reinhardt (re., mit Morgan Kneisky) musste Samstag und Sonntag wegen Fiebers aussetzen. 

Bremen - Das ist für das 56. Bremer Sechstagerennen ein sportlicher Schock, denn am Samstagabend wurde Theo Reinhardt neutralisiert. Der zweifache Madison-Weltmeister musste aufgrund eines fiebrigen Infektes das Bett hüten. Ob der 29-jährige Berliner heute wieder ins Renngeschehen einsteigt, ist längst nicht gesichert.

„Theo geht professionell mit der Sache um. Er weiß, dass die Gesundheit vorgeht. Ich stehe in engem Kontakt zu ihm. Eine Prognose, ob er hier in Bremen weitermachen wird, kann ich nicht abgeben. Das wäre reine Spekulation“, meinte Dr. David Hildebrand gestern. Für den Bremer Bahnarzt kam diese Entwicklung so überraschend nicht: „Leider ist das oft der Verlauf. Bereits vor knapp einer Woche musste Theo in Rotterdam wegen eines Infektes aufgeben. Danach geht es oft dann wieder, wenn man Ruhe hat, aber bei sportlicher Volllast gibt es dann oft Rückschläge. Und das ist ihm nun passiert.“ Kollege Maximilian Beyer ist eher skeptisch, ob Reinhardt zurückkehren wird: „Theo sah am Samstagabend wirklich nicht gut aus. Das ist für das Rennen sehr schade.“

Reinhardt selbst erklärte recht traurig: „Natürlich wäre ich gern weiter gefahren. Aber die Gesundheit hat nun mal Vorrang. Schließlich habe ich in diesem Jahr noch große Ziele.“ Ende Februar finden in seiner Heimatstadt Berlin die Bahn-Weltmeisterschaften statt, bei denen er zusammen mit Roger Kluge seinen WM-Titel im Madison verteidigen möchte. Und dann will sich Reinhardt schließlich mit dem Vierer auch noch das Olympia-Ticket sichern.

Wer nun geglaubt hatte, dass Reinhardts Partner Morgan Kneisky mit seinem neuen Kollegen Moritz Malcharek (dessen Partner Melvin van Zijl musste passen) chancenlos wäre, der sah sich gestern getäuscht, denn beide lagen mit Siegaussichten in der Spitzengruppe. Sollte Reinhardt heute wieder einsteigen, müsste er einen großes Dankeschön an „Platzhalter“ Malcharek loswerden.

In Führung lagen nach dem vierten Tag etwas überraschend die niederländisch-schweizerische Kombination Wim Stroetinga und Nico Selenati. Okay: Stroetinga kam mit der Empfehlung seines Sieges kurz zuvor in Rotterdam an die Weser. Dass jedoch Selenati so einschlagen würde, konnte man nicht ahnen, denn schließlich war er nur als Ersatzmann für den am Knie verletzten Domenic Weinstein ins Fahrerfeld gerutscht.

Der 23-Jährige wusste auch gestern Nachmittag noch nicht so recht, wie ihm geschah: „Das ist schon traumhaft, dass ich in Bremen dabei bin und gleich so weit vorn mitfahre. Allerdings wäre das ohne Wim wohl kaum möglich. Ich profitiere extrem von seiner Klasse und seiner Erfahrung.“

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