„Feuerwerk der Turnkunst“ beeindruckt das Publikum in der Stadthalle

Atemberaubende Akrobatik

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Yuliya Raskina zog das Publikum in der Bremer Stadthalle beim „Feuerwerk der Turnkunst“ in ihren Bann.

Bremen - Von Nina Seegers. Blaue Laserstrahlen rasen durch die Arena und eine Live-Band spielt einen ruhigen, verträumten Song mit Klavier und schweren Beats, als im Lichtkegel die Akrobatin Felice Aguilar erscheint. Sie steht wie das Püppchen einer Spieluhr auf einem großen Kubus und dreht sich auf einer Scheibe. Zunächst sind ihre Bewegungen langsam und minimalistisch, dann werden sie immer schneller und wilder...

Die 29. Ausgabe vom „Feuerwerk der Turnkunst“ zieht wie jedes Jahr mehrere tausend Zuschauer an. Nach dem plötzlichen Wintereinbruch stehen noch fünf Minuten vor Showbeginn auf der schneebedeckten Bürgerweide frierende Menschenmassen Schlange. In der Stadthalle (ÖVB-Arena) ist es muckelig warm und spätestens nach dem Auftritt von Felice Aguilar sind Schnee, Eis und Kälte vergessen. Die Tänzerin beeindruckt das Publikum mit einer ausgeklügelten Choreographie. Sie dreht sich so schnell um die eigene Achse, dass einem allein beim Zuschauen schon ganz schwindelig wird. Zusätzlicher Clou: Ihre Performance wird aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Wände des Würfels projiziert, auf dem sie tanzt.

Der Video-Würfel gehört zu den neuen Elementen der Show und zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm. Einerseits dient er immer wieder als Bühne, andererseits als Projektionsfläche. So sind auf den Wänden nicht nur die Aufnahmen einzelner Akrobaten zu sehen, sondern immer wieder auch Videos, die atmosphärisch zum Programm passen. Tobias Wegner alias der „Wall Clown“ nutzt den Kubus mehrmals für seine wirklich witzigen und originellen Einlagen und verwirrt den Zuschauer durch sein Spiel mit den Perspektiven so sehr, das dieser nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.

Ebenfalls neu ist die Live-Musik der Band „Foxos“, die großartig zu den jeweiligen Performances passt. Die Newcomer aus Hannover spielen ruhigen Elektro-Pop. Die eindringliche Stimme des Sängers Rick Jurthe verschafft den Zuschauern im Zusammenhang mit den akrobatischen Meisterleistungen den ein oder anderen magischen Moment.

„Imagine“, so der Titel der Show, ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend. Jedenfalls scheint das Publikum die Luft anzuhalten, wenn Yuliya Raskina an Tüchern kopfüber viele Meter über dem Boden schwingt und dabei kunstvoll mit einem Reifen jongliert. Überaus unterhaltsam ist die „Dancefloor Destruction Crew“: Die fünf jungen Männer beeindrucken mit einem tänzerischen Crossover von Breakdance, Swing, Rock‘n‘Roll und Klassik. Und wunderschön anzuschauen ist unter anderem der Auftritt von Viktoria Gnatiuk: Die Ukrainerin turnt zusammen mit ihrem Partner Artem Ghazarian anmutig auf dem Rand einer überdimensionalen Wasserschüssel. Zwischendurch lassen sich beide immer wieder ins Innere der durchsichtigen Schüssel hineinfallen und tauchen elegant durchs Wasser.

Die einzelnen Performances sind waghalsig, witzig und spektakulär. Die knapp dreistündige Show vergeht so wie im Fluge. Das Publikum ist begeistert und dankt es den Künstlern mit tosendem Applaus.

Die Termine der nächsten Ausgabe vom „Feuerwerk der Turnkunst“ stehen fest: 3.und 4. Januar 2017.

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