Kurioser Fund in Bremen

Mann findet Trinkbecher mit radioaktivem Inhalt auf Dachboden

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Der Radium-Trinkbecher, der auf einem Dachboden in Bremen-Osterholz gefunden wurde, konnte von der Feuerwehr sichergestellt werden.

Ein Mann hat auf seinem Dachboden in Bremen-Osterholz einen Radium-Trinkbecher mit radioaktivem Inhalt gefunden und daraufhin die Feuerwehr alarmiert. 

  • Mann findetRadium-Trinkbecher auf Dachboden
  • Feuerwehr rückt nach Bremen-Osterholz aus
  • Trinkbecher haben radioaktiven Inhalt

Bremen - Der Bremer meldete seinen ungewöhnlichen Dachbodenfund am Montagvormittag der Feuerwehr. Radium-Trinkbecher sind alte Gefäße, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu medizinischen Zwecken verwendet wurden. Der Inhalt der Trinkbecher ist radioaktiv.

Die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr sperrten das Gebiet rund um den Fundort in Bremen-Osterholz vorerst weiträumig ab. Nach Einschätzung eines Fachberaters für Gefahrstoffe konnte der Radius auf wenige Meter verkleinert werden. 

Bremen: Feuerwehr misst keine erhöhten Strahlungswerte

Erste Messungen in Bremen zeigten keine erhöhten Strahlungswerte. Ein Kamerad der Feuerwehr wurde mit einem Kontaminations-Schutzanzug und einem Atemschutzgerät ausgerüstet, um das Gefäß in ein Überfass zu stellen. Der Radium-Trinkbecher wurde sichergestellt und fachgerecht entsorgt.

Radium-Trinkbecher seien häufig „Überbleibsel“ aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, teilt die Feuerwehr Bremen mit und beruft sich dabei auf Infos des Hessisches Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Früher habe man solchen Trinkgefäßen eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt.

Bremen: Nach Trinkbecher-Fund auf Dachboden - Radium-Strahlung gering

Solange der Becher, der auf einem Dachboden in Bremen-Osterholz gefunden wurde, nicht geöffnet oder beschädigt wird, geht keine Gefahr davon aus. Die Strahlung ist so gering, dass sich Menschen mehr als 2.000 Stunden dauerhaft in einem Meter Abstand zum Radium-Trinkbecher aufhalten müssten, um ernsthaft Schaden zu nehmen. 

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Die Radium-Trinkbecher können gefährlich werden, wenn sie durch mechanische Einwirkung zerstört werden, zum Beispiel bei der Schrottverarbeitung. So kann es zur Freisetzung des im Gerät eingeschlossenen Radiums kommen. Wenn Radium in den menschlichen Körper gelangt, kann es zu gesundheitsschädlichen Strahlenexpositionen und Dosiswerten kommen.

Bremen: Strahlenschutzrechtliche Genehmigung erforderlich

Vermutlich seien auch heute noch zahlreiche Radium-Trinkbecher im Umlauf, schreibt die Feuerwehr Bremen. Die Eigentümer haben in der Regel keine Kenntnis vom radioaktiven Inhalt der Geräte und sind häufig durch Erbschaften, Dachbodenfunde, Flohmarkt- oder Ebay-Käufe in den Besitz gekommen. 

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Die Geräte werden meist als optisch und technisch werthaltige Objekte betrachtet und deshalb gerne aufgehoben. Der Besitz eines Radium-Trinkbechers bedarf allerdings nach heutigen Regelungen einer strahlenschutzrechtlichen Genehmigung. Die Aufsichtsbehörden müssen solche Geräte daher sicherstellen und ordnungsgemäß entsorgen.

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