Feuerhelix für vorweihnachtliche Stimmung

Professor Justus Notholt begeistert das Publikum bei „Physik zum Advent“ 

Justus Notholt zeigt bei „Physik zum Advent“ ein Wechselspiel der Kräfte: Der Fahrradreifen hängt nur an einer Seite. Er bleibt aber stabil, weil er sich schnell dreht. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein bisschen Vorweihnachtsstimmung: Auf dem Experimentiertisch steht ein Adventskranz. Daneben zwei Mülleimer auf einer Drehscheibe. Justus Notholt, Professor für Umweltphysik und heute Showmaster, gießt etwas Spiritus in zwei Metallschälchen, stellt sie in die Eimer und zündet sie an. Dann gibt er Schwung, die Eimer drehen sich. Die Flammen schrauben sich förmlich in die Höhe und ergeben eine Art Helix-Form.

„Die Luft wird durch die raue Papierkorboberfläche in Rotation versetzt“, erklärt Notholt. Die Energie übertrage sich in das Innere des Papierkorbs. „Die Flamme wird eingeschnürt und weicht nach oben aus“, so Notholt weiter. Eine stimmungsvolle Eröffnung der Show „Physik zum Advent“ am Sonnabend an der Uni Bremen. Vor allem Familien und viele Jugendliche füllten den Großen Hörsaal im Gebäude „Naturwissenschaften“, um spannende Experimente zu sehen.

Notholt befestigt einen Fahrradreifen an einem herabhängenden Seil, allerdings nur auf einer Seite. Die andere Seite hält er mit dem Arm fest. Er versetzt den Reifen in eine zügige Drehung. Kurz danach lässt er los. Es passiert nicht viel. Der Reifen bleibt hängen. Am Seil dreht er sich zudem etwas um sich selbst. Das Rad macht keine Anstalten, zu Boden zu fallen. Notholt erklärt: „Oben am Reifen wollen die Atome in diese Richtung“, sagt er und zeigt auf das Publikum. „Unten wollen sie zur Seite und auch in diese Richtung.“ Der Showmaster zeigt in die entgegengesetzte Richtung auf sich selbst. Das ergebe die stabilisierende Drehung, die den Reifen am Fallen hindere.

Besonders schön an der Vorstellung sind Experimente, die man auch problemlos zu Hause nachmachen kann. Für ein Experiment wird nur ein Besen gebraucht. Notholt balanciert einen solchen auf zwei ausgestreckten Fingern. Diese bewegt er langsam und mit sehr unterschiedlichem Tempo aufeinander zu, so dass der Besen stabil liegenbleibt. Die beiden Finger kommen sich am Ende mit der Bürste sehr nahe.

Und dann knallt es kräftig

Notholt lässt das Publikum abstimmen. Ist die Seite mit dem Stiel schwerer oder die Seite mit der Bürste? Oder sind doch beide Seiten gleich schwer? Letzteres vermutet die Mehrheit der Gäste. Aber sie irren, wie Notholt kurz darauf mit Hilfe einer Waage demonstriert. Die Seite mit der Bürste ist eindeutig schwerer. Ausschlaggebend für den Balance-Akt sei nicht die Masse, sondern das Drehmoment. Da wirke nicht nur die Masse, sondern auch der Abstand ein.

Wie es sich für eine Physikshow gehört, knallt es natürlich auch mal kräftig. Notholt packt einen Tischtennisball in ein Glasrohr, dichtet es ab und lässt eine Pumpe die Luft absaugen.

Ein Assistent hält die Pappe eines Umzugskartons vor das Rohr. Notholt durchsticht am anderen Ende die Abdichtung. Ein gewaltiger Knall ertönt. Glatter Durchschuss an der Pappe. „Der Ball tritt fast mit Schallgeschwindigkeit aus“, sagt Notholt. Die Zuschauer spenden immer wieder Applaus, darunter auch der achtjährige Jakob. „Mir hat das alles gefallen“, sagt der Junge.

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