Restaurantbetrieb und Hochzeiten fallen aus

„Ganz schön heftig“: Zukunft der „Seute Deern“ ist ungewiss

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Feuer an Bord: Rauchwolken über der „Seuten Deern“ in Bremerhaven.

Ein Brand auf dem Traditionssegler „Seute Deern“ hat die Einsatzkräfte in der Seestadt das ganze Wochenende über beschäftigt.

Update vom 15. November: Die „Seute Deern“ erhält überraschend eine neue Zukunft. Das Schiff soll neu aufgebaut werden - mit vielen Teilen des aktuellen Seglers und vollständig finanziert durch den Bund. 

Update, 19. Februar: Zukunft ungewiss

Nach dem Großbrand auf der „Seute Deern“ am Wochenende in Bremerhaven ist die Zukunft des Traditionsschiffes ungewiss. Montag waren Brandermittler an Bord. Die Ursache des Feuers, bei dem niemand verletzt wurde, und die Schadenshöhe sind noch offen. Das Deutsche Schifffahrtsmuseum, Eigentümer der Bark, ist „vorsichtig optimistisch“, dass das „süße Mädchen“ wieder instandgesetzt werden kann. Doch müssten die weiteren Ermittlungen abgewartet werden, hieß es. 

Während der Restaurantbetrieb auf dem Schiff auf absehbare Zeit ausfällt, finden alle Veranstaltungen im Museum wie geplant statt, betonte ein Sprecher. Insgesamt neun Paare wiederum müssen ihre Hochzeiten umplanen, berichtet die Nordwest-Zeitung.

Die Solidarität mit dem Bremerhavener Wahrzeichen war nach dem Brand groß. Fans setzten Herzchen und den Schriftzug „Seute Deern“ in den Rasen.

Originalmeldung, 18. Februar:

Bremerhaven - Der Restaurantbetrieb wird auf dem Museumsschiff, das als ein Wahrzeichen Bremerhavens gilt, zunächst nicht mehr möglich sein. Brandursache und Schadenshöhe waren am Sonntag noch nicht bekannt. Menschen wurden nicht verletzt.

Am späten Freitagabend war die Feuerwehr alarmiert worden, weil Rauch aus dem denkmalgeschützten Segelschiff stieg. Gäste des Restaurants an Bord und Personal konnten sich in Sicherheit bringen. Die Löscharbeiten waren schwierig, weil die „Seute Deern“ schwer zugänglich ist - und weil es im Hohlraum zwischen Außenhaut und Bordwand brannte.

Zeitweilig bekämpften 75 Einsatzkräfte zugleich den Brand. Neben den Feuerwehren aus Bremerhaven und Cuxhaven hatte auch das Technische Hilfswerk (THW) Kräfte zur „Seuten Deern“ („Süßes Mädchen“) geschickt. Das THW stellte ein Boot und einen Ponton zur Verfügung.

Brand am Sonnabend unter Kontrolle

Sonnabendmittag hatten die Feuerwehrleute den Brand an Bord unter Kontrolle gebracht - nach sieben Stunden. Komplett abgeschlossen war der Feuerwehreinsatz erst am Sonntag. Nun wird die Kriminalpolizei zur Ursache des Feuers ermitteln. Zu dem Schwelbrand war es offenbar im Restaurantbereich des Schiffs gekommen.

„Wir sind schockiert und betroffen, aber das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde“, sagte Konrad Otten, kaufmännischer Geschäftsführer des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM). Und: „Nichtsdestoweniger tut es uns furchtbar leid für den langjährigen Pächter des Restaurants, Jens Schmidt, und sein gesamtes Team.“

Feuer auf Segler „Seute Deern“

Brand auf Seute Deern
Brand auf Seute Deern © dpa
Brand auf Seute Deern
Brand auf Seute Deern © dpa
Brand auf Seute Deern
Brand auf Seute Deern © dpa
 © 261News
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 © NonstopNews
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Pächter Schmidt: „Kollegen aus der Gastronomie haben bereits angeboten, Auszubildende zu übernehmen. Dafür bin ich trotz aller Trauer über den Brand sehr dankbar. Wir hoffen, dass wir den Restaurantbetrieb weiterführen können.“ Allerdings sieht es an Bord schlimm aus. Überall ist verkohltes Holz zu sehen. Das Schiff sehe „ganz schön heftig“ aus, sagte Otten am Sonntag.

Seit mehr als 50 Jahren im Alten Hafen

Seit mehr als 50 Jahren liegt die hölzerne Bark im Alten Hafen der Seestadt. Vor 100 Jahren, 1919, war sie in den USA als Gaffelschoner zum Holztransport in Dienst gestellt worden. Eine wechselvolle Geschichte folgte. Die Stadt Bremerhaven schenkte die „Seute Deern“ dem Deutschen Schifffahrtsmuseum zu seiner Gründung im Jahr 1971. 

Die „Seute Deern“ war bereits vor dem Brand sanierungsbedürftig. Der Bund beteiligt sich mit 17 Millionen Euro an der Instandsetzung. Insgesamt kostet die Sanierung 32 Millionen Euro, sagte ein DSM-Sprecher.  

kuz

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