Zeugen gesucht

Raumfahrtkonzern OHB wird Ziel von Brandanschlag

Bremen - Auf den Raumfahrtkonzern OHB in Bremen haben Unbekannte einen möglicherweise politisch motivierten Brandanschlag verübt. Sie versuchten in der Nacht zum Mittwoch, auf dem Firmengelände zwei Container in Brand zu setzen.

Schutzplanen fingen Feuer, die Flammen erloschen aber von selbst. Menschen wurden nicht verletzt, auch das Firmengebäude wurde nicht beschädigt. In einem Bekennerschreiben sei die deutsche Rüstungsindustrie angeprangert worden, sagte eine Polizeisprecherin. OHB hat Satellitensysteme für die Bundeswehr hergestellt. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen wegen Brandstiftung auf.

Die Täter hatten den Angaben zufolge einen Zaun zerstört, um sich Zutritt zum Gelände zu verschaffen. Der Sicherheitsdienst bemerkte die Tat und alarmierte die Polizei. Die Beamten fragen: „Wer hat gegen 1 bis 1.15 Uhr im Bereich der Lise-Meitner-Straße und Karl-Ferdinand-Braun-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht und kann Hinweise auf die Täter geben?“ Zeugenhinweise nimmt der Kriminaldauerdienst unter Telefon 0421/362-3888 entgegen.

Zusammenhang mit Lkw-Brandanschlag?

Der Staatsschutz prüft auch, ob zwischen der Brandstiftung bei OHB und einem linksmotivierten Brandanschlag vom Dezember 2017 auf einem Firmengelände in Gröpelingen (wir berichteten) ein Zusammenhang besteht. Laut Polizei galt der Anschlag damals dem Eigentümer des Geländes. In einem Bekennerschreiben unterstellten die Täter dem Unternehmer eine Nähe zu rechten Parteien. Er hatte der AfD gestattet, zeitweise einen Wahl-Lkw auf dem Gelände abzustellen. Die Brandstifter zündeten diesen an, der Lkw ging in Flammen auf. 

Die Polizei ermittelt auch wegen versuchter Tötung: In einem zweiten Lkw daneben schlief ein Fahrer, der sich gerade noch retten konnte. Auch sein Lastwagen wurde beschädigt, obwohl es ihm noch gelang, diesen ein Stück weiter zu fahren.

gn

Rubriklistenbild: © dpa

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