Festnahme am Container

Bremen: Auftakt in Drogenprozess gegen vier Männer

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Einer der Angeklagten (28) wird in den Verhandlungssaal geführt. Für den Mann übersetzt ein Dolmetscher. Rechts neben ihm: Verteidiger Karsten Dierig.

Bremen - Von Steffen Koller. Sie erhofften sich wohl das große Geld, jetzt sitzen sie auf der Anklagebank des Bremer Landgerichts. Vier Männer im Alter von 28, 30 und 34 Jahren müssen sich seit Donnerstag unter anderem wegen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten.

Sie wollten, so die Anklage, im Juni dieses Jahres eine Ladung Kokain im Hafen von Bremerhaven abpassen und die Drogen weiterverkaufen. Doch die Fahnder kamen ihnen zuvor.

Laut Staatsanwaltschaft hatten es die vier Männer, die aus der Türkei, Albanien, Serbien und Deutschland stammen, auf eine Lieferung aus Südamerika abgesehen. 20  Kilogramm Kokain mit einem Wert von mehr als einer halben Million Euro sollen die Angeklagten in der Nacht zum 13. Juni versucht haben, aus einem Container zu entnehmen. 

„Arbeitsteilig“ vorgegangen

Laut Anklage hatten die Männer zuvor einen gemeinsamen Tatplan gefasst und versucht, die Betäubungsmittel in den Handel zu bringen. Dabei seien sie „arbeitsteilig“ vorgegangen: Ein Mann soll den Zugang zum Hafengelände ermöglicht haben, wiederum andere hätten bei der Entnahme der Lieferung „Schmiere gestanden“, so die Anklagevertretung.

Doch die Angeklagten, die zum Teil durch drei Rechtsanwälte vertreten werden, hatten die Rechnung wohl ohne den Zoll gemacht. Die Fahnder sollen bereits in Wilhelmshaven Wind von den Drogen bekommen haben, tauschten das eigentliche Kokain gegen einen Ersatzstoff aus und schickten die vermeintliche Ware auf die Reise nach Bremerhaven. 

Verhaftung bei Warenannahme

Als die Angeklagten die Lieferung dort entgegennehmen wollten, klickten die Handschellen. Zwar hätten zwei Männer noch versucht zu fliehen, doch auch sie wurden kurze Zeit später festgenommen. Zwei Angeklagte (28 und 34 Jahre) sitzen weiterhin in Untersuchungshaft.

Neben der Anklage wegen Handels mit Betäubungsmittel wird zwei Männern zudem unerlaubter Waffenbesitz und Besitz von Drogen in geringen Mengen zur Last gelegt.

Bis Ende Februar sind 15  weitere Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am 19. Dezember fortgesetzt.

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