Fertigung am Puls der Zeit

Neue europäisch-amerikanische Luftfahrtindustrie-Messe startet in Bremen

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Michael Wolf vom Fraunhofer-Institut in Bremen zeigt einen fein ausgearbeiteten Wärmetauscher und ein Halteelement für Hubschrauber, hergestellt mit Lasern im 3-Druck. 

Bremen - Von Martin Kowalweski. Am Luft- und Raumfahrtstandort Bremen feiert eine neue Fachmesse Premiere: die „SAE Aerospace Manufacturing and Automated fastening Conference and Exhibition“. Mehr als 400 Fachbesucher und eine breite Auswahl an internationalen Ausstellern und Fachreferenten – diese Zahl bei der Fachmesse zu Techniken der Flugzeugfertigung kann sich sehen lassen.

Künftig soll die von der Ingenieursvereinigung SAE veranstaltete Messe jährlich abwechselnd in Europa und den USA stattfinden. Ihr Debüt gab sie bis Donnerstag in der Messe Bremen.

Stolz öffnet Michael Wolf, Business Development-Manager beim „Fraunhofer Institute for Manufacturing Technology and advanced Materials (IFAM)“ in Bremen eine Vitrine. Darin liegen viele kleine Bauteile, die für den Laien aussehen, als könnten sie aus der nächsten Autowerkstatt stammen. Tatsächlich handelt es sich aber um Hochtechnologie auf dem neuesten Stand. „Das wurde hergestellt mit Hilfe von ,Additive Layer Manufacturing', einer Herstellung mit 3-D-Druck. Schicht für Schicht wird dünn Pulver aufgetragen und dann mit einem Laser mit dem Rest des Bauteils verbunden“, erklärt Wolf. „Bisher wurden solche metallischen Elemente aus dem Vollen gefräst.“

Die neue Technik erlaubt es, die Bauteile besser denn je an die abzusehenden Belastungen anzupassen. Wolf zeigt ein kleines Turbinenrad. „In der Mitte wird das Element sehr heiß. Es muss dort extrem wärmebeständig sein. Am Rand kommt es dagegen auf die Festigkeit an, denn dort wirken starke Zentrifugalkräfte“, sagt Wolf. Das Bauteil weist an den verschiedenen Stellen eine unterschiedliche Zusammensetzung der Schichten auf.

Roboter-Arm greift ein Blech

Schwergewichtig und mit einer abenteuerlichen Form sowie vielen Öffnungen fällt ein Bauteil aus Titanstahl ins Auge. Es muss eine wichtige Haltefunktion an Hubschraubern übernehmen. „Hier ist nur Material vorhanden, an dem auch später eine Last anliegt“, so Wolf.

Nicht aus Bremen, aber aus dem benachbarten Rastede, kommt die Firma „Broetje Automation“, ein Spezialist für die Automatisierung in der Flugzeugproduktion. Das Unternehmen hat 500 Beschäftigte am Hauptsitz und 850 weltweit. An ihrem Stand ist das „Composite Handling System 3D“ zu sehen: Ein großer Roboter-Arm greift immer wieder ein Blech mit seinen Saugnäpfen auf. Und er kann noch mehr. Er ist imstande, Bleche exakt nach Vorgaben zu biegen und einzupassen. „Der Roboter arbeitet meist mit sehr empfindlichen Materialien. Da ist eine hohe Präzision nötig, damit die nicht beschädigt werden“, sagt Raphael Reinhold von „Broetje Automation“. Er hat das System entwickelt.

Der Veranstalter SAE ist eine globale Vereinigung von über 128 000 Ingenieuren und Technologie-Experten aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt sowie Fahrzeugbau mit Hauptsitz in den USA. Für Aktivitäten in Europa steht mittlerweile ein Büro in Brüssel zur Verfügung. Im kommenden Jahr geht die Veranstaltung nach Forth Worth in Texas.

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