Fertigstellung: 2024

Wohnen statt Mustern im früheren Bremer Bundeswehr-Hochhaus

Aus dem früheren Bundeswehr-Hochhaus wird bis zum Jahr 2024 das „Q45“.
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Aus dem früheren Bundeswehr-Hochhaus wird bis zum Jahr 2024 das „Q45“.

Bremen – Viele Bremer mussten hier zur Musterung für die Bundeswehr antreten – beim Kreiswehrersatzamt an der Falkenstraße 45. Im Bundeswehr-Hochhaus also. Bis 2007 war das Kreiswehrersatzamt hier zu finden, dann wurde die Dienststelle geschlossen. Heute ist es Thema unserer Serie „Verschwunden“.

Das Kreiswehrersatzamt Oldenburg übernahm 2007 die Bremer Aufgaben, bis es 2012 selbst geschlossen wurde. Die Bundeswehr setzte fortan auf „Karrierecenter“, so etwa in Wilhelmshaven. 2011 war die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt worden.

Das Gebäude aber, in dem einst das Bremer Kreiswehrersatzamt zu finden war, das ist noch da – unübersehbar, sprich: 15 Stockwerke hoch. Das Bundeswehr-Hochhaus stammt aus dem Jahr 1968. Aus einer Zeit also, in der Stadtplaner davon ausgingen, Bremen werde sich bis zum Jahr 2000 zu einer Millionen-Metropole entwickeln.

Planungen für die Millionenstadt Bremen

Entsprechend groß wurde damals gedacht und geplant. Oberbaurat Willi Bornemann hatte das Bundeswehr-Hochhaus entworfen. Das Gebäude ist 60 Meter hoch – einen Meter niedriger als das Siemens-Hochhaus, auch so ein großstädtisches Architektursymbol jener Tage. Das Tivoli-Hochhaus (53 Meter, 1962) und die Gewoba-Zentrale (43 Meter, 1969/70) gehören ebenfalls in diese Reihe eines hoch wachsenden Bremer Zentrums.

Das war längst alles Geschichte, als das Kreiswehrersatzamt auszog. Zunächst nutzte der Zoll das Gebäude noch, dann stand es für kurze Zeit ganz leer. Ab 2015 waren dort Flüchtlinge untergebracht. Ende 2017 wurde die Unterkunft aufgelöst, das Gebäude an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurückgegeben. 2019 hat das kommunale Wohnungsunternehmen Gewoba das Hochhaus gekauft.

Und jetzt soll dort Wohnraum geschaffen werden. Planungsrechtlich ist ein Umbau zum Wohnhochhaus kein Problem, denn hier gilt bereits ein Bebauungsplan, der Wohnnutzung zulässt. Und nach einer Zwischennutzung – im vergangenen Jahr waren 75 Start-ups und Künstler, Kreative und sozial engagierte Organisationen in den ersten sechs Etagen untergebracht – geht es nun auch los.

Wohnungen für Studenten und Singles

„Die Entkernung ist weit vorangeschritten“, so Gewoba-Vorstandschef Peter Stubbe auf Nachfrage unserer Zeitung. Einen neuen Namen hat die Gewoba dem ehemaligen Bundeswehr-Hochhaus auch schon gegeben – das Bauwerk an der Falkenstraße 45 heißt nun „Q45“, was natürlich viel cooler klingt.

Ziel ist neben der Schaffung neuen Wohnraums, das Areal in der Bahnhofsvorstadt „zu einem Stadtteilmittelpunkt“ zu entwickeln, heißt es im aktuellen Geschäftsbericht der Gewoba. Aus einem Architekturwettbewerb war das Büro „EM2N“ (Berlin/Zürich) als Sieger hervorgegangen. Neben das Hochhaus kommen zwei Neubauten. Im Hochhaus entstehen „bis zu 117“ Ein- und Zwei-Zimmer-Sozialwohnungen, die für junge Mieter (Azubis, Studenten) gedacht sind. Die beiden Neubauten bieten Platz für 45 Wohnungen (davon 35 preisgebunden), darunter auch „Wohnateliers“. Ins Hochhaus-Erdgeschoss kommt eine Bäckerei, für die oberste Etage wird an Gastronomie gedacht. Zur Falkenstraße hin entsteht ein begrünter Platz.

Die Gewoba sieht „Q45“ als „Orientierungspunkt“, der die Innenstadt, die Überseestadt und Findorff verbindet. Die (Neu-)Bauarbeiten beginnen 2022. Und: „2024 soll es fertig sein“, so Stubbe.

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