„Scharfe Brise“ feiert Premiere im Packhaustheater 

Feinripp und Kartoffelsalat

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Haben eine Vision: Doris (Sonja Hebestadt, v.l.), Marcus (Oskar-Wolf Meier), Georg (Robin Bongarts) und Patrick (Markus Weise) wollen den „Titti-See“ wieder auf Vordermann bringen. Ob ihr Vorhaben wohl gelingt?

Bremen - Von Steffen Koller. Bademeister mit Visionen, vergammelter Kartoffelsalat, Erotik in Feinripp-Unterwäsche: Die Komödie „Scharfe Brise“ feierte am Donnerstagabend Premiere und lockte dabei knapp 140 Besucher ins ausverkaufte Packhaustheater im Schnoor. Ein Stück, das ankam. Ein Stück, das zum Lachen brachte und vor allem dadurch besticht, dass es so schön einfach ist. Einfach zu verstehen. Einfach mitzulachen. Simple Klischees, die dennoch zünden. Leichte Kost, groß gespielt.

Einst war alles so schön. Die Oase vor der Tür, viele Besucher vor Ort, die Kassen klingelten. Und Imbissbuden-Besitzerin Doris (Sonja Hebestadt) wollte den Besuchern des „Titti-Sees“ bestimmt auch nichts Schlechtes, als sie wochenalten Kartoffelsalat servierte und damit im wahrsten Sinne des Wortes für eine beschissene Situation sorgte. „Voll verkackt“ könnte man sagen. Tristesse am „Titti-See“. Aus die Maus. Ende. Für den selbsternannten Frauenheld Georg (Robin Bongarts) und seinen etwas schlichten Kollegen Patrick (Markus Weise) dennoch kein Grund, an dieser Situation nur im Geringsten etwas zu ändern. So lebt es sich gut. Wenig Arbeit ist auch Arbeit. „Und wer einschläft, muss auch ausschlafen“ lautet das Credo der beiden.

Marcus (Oskar-Wolf Meier) ist da anders: Sportstudent, geordnetes Leben, mit Ambitionen – und vor allem besitzt dieser Mensch eine Fähigkeit, die dem Trio über die Jahre abhandengekommen ist: Der Praktikant hat Lust zu arbeiten und will das Image des Badesees wieder auf Vordermann bringen. Doch wie gelingt ein Vorhaben, das quasi unmöglich erscheint? Ausweglose Situationen erfordern Einfallsreichtum. Und da reicht es auch nicht, dass Marcus beim „Trucker-König-2017“-Wettbewerb den zweiten Platz samt Fritteuse und fünf Litern Kartoffelsuppe gewonnen hat. Eine „Boylesque-Show“ muss her. Statt barbusiger Frauen und knapper Dessous heißt es ab jetzt: Feinripp-Erotik, schräge Tanzeinlagen, Disco-Feeling.

„Auspuff-Prinzen“ kommen gut an

„Scharfe Brise“ von Regisseur Oliver Geilhardt kommt an beim Publikum, spielt mit Klischees von schwulen Männern, die als „Auspuff-Prinzen“ bezeichnet werden, von fülligen Frauen mit „erotischer Nutzfläche“ und Tennissocken an kellergebräunten Unterschenkeln. Jeder Charakter ist einfach zu verstehen, die Zuschauer finden sich wieder und tauchen ein in ein Stück, das so herrlich authentisch ist, dass es schlicht Spaß macht, daran teilzunehmen. Eine Mischung aus Gesang, Kirmes, verkorksten Zirkusnummern und schrägen Tanzeinlagen. Eine Komödie, die manchmal etwas zu flach daherkommt, aber das zum Glück viel zu selten. Ein gelungener Mix aus angenehmen Charakteren, einer eingehenden Story mit Wortwitz und einer großen Portion Situationskomik. Doris würde sagen: „Ich bin kein großes Licht, aber wenn ich strippe, merkt man´s nicht.“ Recht hat sie.

Die Komödie „Scharfe Brise“ läuft noch bis zum 2. September. Karten gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

www.packhaustheater-im-schnoor.de

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