Auf keinen Fall eine Insellösung

Reformationstag: Senat stimmt sich mit Nachbar ab

Bremen -  „In Bremen ist die Debatte alt.“ Das sagt Andre Städler, Sprecher des Senats, zum Thema eines zusätzlichen Feiertags. Mit dem Koalitionsvertrag in Niedersachsen soll dort ein weiterer Feiertag eingeführt werden. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) votiert für den Reformationstag, will sich aber noch mit der Wirtschaft verständigen.

Auch der Bremer Senat will sich dafür einsetzen, dass der Reformationstag in Zukunft ein gesetzlicher Feiertag in Bremen ist. Das sagte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) jüngst während der Feierstunde zum Reformationsjubiläum in der Oberen Rathaushalle. „Der gesellschaftliche Konsens ist da.“ 

Die SPD sei gegen eine „Insellösung“, so Städler. Heißt: Man will den Tag mit Niedersachsen festlegen oder dann, wenn Niedersachsen ihn eingeführt hat, nachziehen. Nicht ohne Grund: Sonst gäbe es zusätzliche Abstimmungsprobleme und Frust bei Ein- und Auspendlern – die einen hätten frei, die anderen nicht. Wie die niedersächsischen Nachbarn sieht der Senat in dem Reformationstag weniger einen religiösen Feiertag als einen Tag für den „Dialog der Religionen“, so Städler. Nach einer Bürgerschaftsdebatte liegen die Anträge der Fraktionen nun in der Wirtschaftsdeputation. 

Eine Milliarde Euro Kosten

Protest gegen einen weiteren Feiertag regt sich in der Wirtschaft. Der Feiertag werde das Land eine Milliarde Euro an Wirtschaftsleistung kosten, warnte bereits Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen. Die geringe Zahl an Feiertagen im Norden sei ein wichtiger Standortvorteil, heißt es zur Begründung bei den Kritikern. Zu denen gehört auch der Wirtschaftsrat der Bremer CDU. 

Er steht damit im Gegensatz zur Partei: Die unterstützt nämlich das Vorhaben der SPD. Die Linke fände einen zusätzlichen konfessionell gebundenen Feiertag schlecht und bevorzugt den internationalen Frauentag oder den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, so die Fraktionsvorsitzende Kristina Vogt. Der Norden hat bundesweit am wenigsten Feiertage. Bayern begeht deren 13, während es in Bremen, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein nur neun sind. 

sk

Rubriklistenbild: © dpa

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