„Madame Lothar“ lädt anlässlich seines 80. Geburtstags zur Wohltätigkeits-Gala

Feiern für die Kinder

Will anlässlich seines 80. Geburtstags noch einmal so richtig auf den Putz hauen: Lothar Gräbs. ·
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Will anlässlich seines 80. Geburtstags noch einmal so richtig auf den Putz hauen: Lothar Gräbs. ·

Bremen - Von Ilka Langkowski„Zum 80. Geburtstag kann man noch einmal richtig auf den Putz hauen“, sagt Lothar Gräbs alias „Madame Lothár“ lachend. Der Bremer Travestie-Künstler will anlässlich seines Geburtstags ordentlich feiern und dabei anderen Gutes tun.

Im Intercity-Hotel am Bremer Hauptbahnhof werden am Sonntag, 27. Januar, ab 17 Uhr die Korken knallen. Zur Gala kommen bekannte Künstler wie die Sängerin Su Kramer, die 1974 mit „Kinder der Liebe“ ihren größten Hit landete, die blinde Grand-Prix-Teilnehmerin Corinna May und Rockröhre Candy Race. Auch Lothar Gräbs wird für Unterhaltung sorgen, nicht nur mit einem Song aus dem Musical „Sunset Boulevard“, sondern auch mit einigen Geschichten und launigen Anmerkungen zur Travestie, die so Gräbs, oft fälschlicherweise mit Transvestiten verwechselt würde.

Lothar Gräbs gründete das „Theater Madame Lothár“ im Schnoor, in dem von 1992 bis 2008 Travestie, Chanson und Comedy geboten wurden. Im „Theater Madame Lothár“ gingen Stars wie Heidi Kabel, Nana Gualdi, Laurence Gérrard, Su Kramer, Brigitte Mira oder die „Jacob Sisters“ auf die Bühne. Lothar selbst wurde am 15. Januar 1933 in Essen geboren. Bei der Familie Krupp absolvierte er eine Ausbildung zum Kellner. Nebenbei studierte er an der Folkwangschule Sprechen, Gesang und Tanz. Sein Weg führte dann in die Schweiz nach Neuchâtel, wo er weiter in der Gastronomie lernte und seine Tanzausbildung bei Harald Kreutzberg fortsetzte. Über verschiedene internationale Stationen kam Gräbs in den 60er Jahren nach Bremen und wurde Geschäftsführer der Emil-Fritz-Betriebe im berühmten Varieté „Astoria“. Nach der Schließung des „Astorias“ widmete sich Gräbs dem künstlerischen Nachwuchs an seiner eigenen Kleinkunstbühne im Ostertor. Dort entstand auch die Travestiefigur „Madame Lothár“. 1992 gründete Gräbs gemeinsam mit Matthias Schnaars das „Theater Madame Lothár“ in der Kolpingstraße im Schnoor. Aufgrund der Restaurierungsarbeiten im Schnoor und gesundheitlicher Beeinträchtigungen Gräbs’ wurde das kleine Theater 2008 geschlossen.

Trotz seines stolzen Alters ist Gräbs nach wie vor umtriebig und sozial engagiert. Deswegen wird bei der eintrittsfreien Wohltätigkeitsgala um Spenden für die „Bremer Kinder in Not“ gebeten. Auf der Liste der geladenen Gäste finden sich unter anderem der ehemalige Radrennfahrer Hans Peter Jakst und Schauspielerin Maria Ertel. „Es wird voll“, kündigt Gräbs freudig an und hofft auf viele Spenden, denn „Kinder haben keine Lobby“. Kinder seien die Leidtragenden, wenn etwa die Eltern in Lebenskrisen gerieten, und könnten sich nicht wehren.

Die Künstler treten bei der Gala unentgeltlich auf. Den Kontakt zum Verein „Bremer Kinder in Not“ erhielt Lothar Gräbs über Ingrid Nölle, die Ehefrau von Bürgermeister a. D. Ulrich Nölle. Der Verein unterstützt Kinder in Bremen und Bremerhaven in belastenden Lebenssituationen sowie die Professor-Hess-Kinderklinik.

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