Rohbau des Hindu-Tempels steht

Bremen: Farbtupfer im bunten Stiftungsdorf

Vor dem Rohbau des Hindu-Tempels stehen drei Männer.
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Der Rohbau des Hindu-Tempels steht: Gemeindesprecher Pathmakaran Pathmanathan (l.) und Gemeindemitglieder arbeiten jetzt an einer Lösung für den Innenausbau.

Auf einem zehn Hektar großen Areal in Bremen entsteht ein sozial-ökologisches Modellquartier. Ein buntes Dorf mitten in der Stadt. Auch ein Hindu-Tempel entsteht.

Bremen – Das Projekt ist ein Farbtupfer. Ein außergewöhnlicher Farbtupfer im ohnehin bunten Stiftungsdorf Ellener Hof. Die Bremer Hindu-Gemeinde errichtet auf Baufeld 12 des sozial-ökologischen Modellquartiers einen Tempel und ein Gemeindehaus. Der Rohbau des hinduistischen Gebetshauses steht, alle Fenster sind eingesetzt, das Gemeindehaus soll Mitte November bezogen werden, sagt Pathmakaran Pathmanathan, Sprecher der Gemeinde.

Zweieinhalb Jahre zuvor hatte in einer religiösen Zeremonie die Kuh „Madel“ (vom Hof des Bürgerschaftspräsidenten Frank Imhoff, CDU) den Baugrund für gut befunden. Bis zum Baubeginn verging einige Zeit mit der Planung und entsprechenden Anträgen. Im August 2020 ging es los. Und dann bremste die Corona-Pandemie die Hindu-Gemeinde erneut aus. Für den Innenausbau mit Altar, Figuren von Gottheiten und einem kleinen Turm sollten Experten aus Indien anreisen. Doch für sie gab es keine Visa. Das Projekt zieht sich. Aber eine Lösung ist womöglich in Sicht, sagt Pathmanathan. Und: „Es soll alles schön und richtig werden, egal, wie lange es dauert.“

Auch der zehn Meter hohe Turm des 220 Quadratmeter großen Tempels muss noch hochgezogen werden. Auf das 200 Quadratmeter große Gemeindehaus kommt ein Gründach. Auch eine Fußbodenheizung wird installiert. Und viel Holz verbaut, wie im gesamten Stiftungsdorf. „Da haben wir Glück gehabt“, sagt der Gemeindesprecher. „Wir hatten das meiste Holz schon gekauft, bevor die Preise explodiert sind.“ Etwas teurer als die geplanten 600 000 Euro wird der Bau aber doch. Zur Einweihung soll dann auch „Madel“ zurückkehren. Mit einem Kälbchen. „So will es unsere Tradition.“

Einweihung mit Kuh und Kälbchen

Auf dem zehn Hektar großen Areal zwischen Ludwig-Roselius-Allee, Am Hallacker und Osterholzer Friedhof, zwischen Blockdiek und Ellener Feld entwickelt die Bremer Heimstiftung mit zwei Dutzend Partnern ein „buntes Stück Stadt“ unter dem Slogan „Die Zukunft wächst“. Die Strippen als Projektleiterin zieht Sabine Schöbel von der Heimstiftung, die so etwas wie die „Bürgermeisterin“ im Stiftungsdorf ist.

Das Gelände ist immer noch eine riesige Baustelle. Die ersten Areale sind aber längst bewohnt und belebt. „Das ist eine spannende Entwicklung“, sagt Schöbel. Das Dorf wächst Stück für Stück, alles nacheinander. „Und das ist auch gut so.“

„Holzbude“ ist ausgebucht

Gut sichtbar ist die „Holzbude“, ein siebenstöckiges Studentenwohnheim mit 66  Appartements. Die „Holzbude“ ist längst ausgebucht. Im historischen „Bruderhaus“, einem der Altgebäude, sind eine Fahrradstation mit Selbsthilfewerkstatt eröffnet und eine Warenverteilstation fürs Quartier eingerichtet worden. Die AOK Bremen/Bremerhaven hat eine neue Geschäftsstelle im Stiftungsdorf bezogen. Der in Holzbauweise erbaute „Kastanienhof“ mit 18 Wohnungen ist seit dem Frühjahr bezugsfertig und längst bewohnt. Die Stiftung „Maribondo“ hat mittlerweile ihr Gästehaus fertiggestellt, einen Dorfladen und ein Bistro eröffnet. Diese werden als Inklusionsbetriebe geführt, heißt es.

Eine Kindertagesstätte zieht ins Erdgeschoss des Gebäudes auf Baufeld 5. Es ist das Gebäude mit dem bislang höchsten Holzanteil im Stiftungsdorf.

Auf Baufeld 4 entstehen neue „Bremer Häuser“. Acht Stück, jeweils individuell von Architektenbüros mit den Bauherren geplant. Die ersten drei Häuser sind bald bezugsfertig, die weiteren sind bis auf ein Grundstück alle reserviert oder in Erbpacht vergeben, sagt eine Sprecherin der Heimstiftung.

Acht neue „Bremer Häuser“

Nebenan im Baufeld 5 ist jetzt Richtfest für das Haus mit dem bislang größten Holzanteil im Stiftungsdorf gefeiert worden. Für „Gebäude 38“ werden 1 325 Kubikmeter Holz verbaut – als tragende Elemente, Platten und Bauteile. Zusätzlich braucht es 23 Tonnen Stahl und mehr als 42 000 Befestigungsmaterialien wie Winkel, Schrauben und Nägel, um die fünfstöckige Immobilie fertigzustellen. Im ersten Quartal 2022 soll sie bezugsfertig sein. Dann stehen große Räumlichkeiten im Erdgeschoss und in der ersten Etage für die Kindertagesstätte „Am Hallacker“ (der Arbeiterwohlfahrt) bereit. Darüber entstehen neun Wohnungen für Menschen jeden Alters.

Mietwohnungen entstehen neben dem „Gesundheitshaus“ und in Sichtweite der „Holzbude“ auf Baufeld 1, direkt an der Ludwig-Roselius-Allee.

In den Startlöchern stehen unter anderem die vier Projekte der Wohnungsbaugenossenschaften „Casa Colorida“, „Scholle 47“, „Gut’s Haus“ und „Fairmietergemeinschaft“. Die Wohnungsbaugesellschaft Gewoba plant ein Gebäude mit rund 40 geförderten Wohnungen und einer überdachten Fahrradstellanlage. Der Bauantrag sei in Bearbeitung, heißt es.

Azubiwohnheim mit 66 Plätzen

Und direkt an der Ludwig-Roselius-Allee wird das Areal für den Bau des ersten Bremer Auszubildendenhauses baureif gemacht. Geplant sind 66  Wohnheimplätze in 49 Einheiten. Die Stiftung „Maribondo“ steigt auch hier als Betreiber ein. Die Investitionskosten für das Wohnheim werden auf 8,9 Millionen Euro beziffert. Die Stadt Bremen ist mit 2,4 Millionen Euro dabei. Geplante Fertigstellung: 2023.

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