Die Martinistraße soll einspurig werden

„Falsche Prioritäten“

Die Martinistraße zwischen Bredenstraße und Parkhaus: Hier könnte es bald nur noch eine Spur je Richtung geben. ·
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Die Martinistraße zwischen Bredenstraße und Parkhaus: Hier könnte es bald nur noch eine Spur je Richtung geben.

Bremen - Von Viviane Reineking. Die Martinistraße in der Bremer Innenstadt soll an zwei Abschnitten von zwei Spuren auf je eine Spur pro Fahrtrichtung verengt werden. Entsprechende Pläne von Bausenator Joachim Lohse (Grüne) wurden jetzt auf der Baudeputation vorgestellt. Bei Parteien, Handelskammer und City-Initiative stoßen diese auf zum Teil scharfe Kritik.

Mittel, um die Umgestaltung der Straße zwischen der Unterführung Tiefer und der Kreuzung Am Brill zu planen, sind auf der Sitzung der Baudeputation freigegeben worden. 63 000 Euro werden dafür veranschlagt. „Die Planung wird dann der Deputation zum Beschluss erneut vorgelegt“, sagte gestern die Sprecherin des Bauressorts, Brigitte Köhnlein. Stimmt die Deputation zu, wird die Straße umgestaltet.

Grund für die Pläne: Zum einen trennt die zwölf Meter breite Martini straße die Altstadt von Schlachte samt Weser. Zum anderen nutzen einer Verkehrsuntersuchung zufolge täglich 15 000 Fahrzeuge die Straße, laut Bauressort zu wenig für vier Spuren. Die Pläne sehen vor, die Fahrbahnen im Bereich zwischen der Bredenstraße und der Zweiten Schlachtpforte sowie zwischen Pieperstraße bis kurz vor die Brill-Kreuzung auf jeweils eine pro Richtung zu reduzieren. Die Bereiche zwischen der Unterführung Tiefer und Bredenstraße, dem Bereich der Parkhauseinfahrt sowie vor der Brill-Kreuzung sollen bestehen bleiben. Wo die Fahrbahn verengt wird, könnte der Baubehörde zufolge ein etwa zwei Meter breiter, gepflasterter Mittelstreifen als Überquerungshilfe dienen. Haltemöglichkeiten für Reisebusse in den verengten Bereichen sollen wegfallen. Die Seitenbereiche für Radfahrer und Fußgänger bleiben unverändert. Laut Köhnlein ist das Vorhaben Bestandteil des Konzepts „Bremen Innenstadt 2025“, das die Quartiere untereinander besser verknüpfen und die Innenstadt insgesamt aufwerten will. Spätestens 2015 sollen die Bauarbeiten beginnen.

Dass Innenstadt und Schlachte mit der Maßnahme näher zusammenrücken, bezweifelt die CDU-Bürgerschaftsfraktion. Sprecher Heiko Strohmann: „Die Idee vom Senator trägt nicht dazu bei, die Trennwirkung aufzuheben.“ Niemand brauche einen Mittelstreifen zum Ausruhen. Bei den bislang angesetzten Planungskosten könne man von Gesamtkosten im Millionenbereich ausgehen, so Strohmann. Er befürchtet außerdem Nachteile für Reiseunternehmen und dadurch auch für Bremen als Tourismusstandort.

Scharfe Kritik hagelt es auch von der FDP. Vier Spuren würden zumindest in den Hauptverkehrszeiten benötigt. Zudem wisse man nicht, wie sich der Verkehr im Hinblick auf die weiter wachsende Überseestadt entwickle. Senator Lohse setze wieder falsche Prioritäten. „Er soll stattdessen den Wertverfall maroder Straßen stoppen und diese sanieren“, so der stellvertretende Vorsitzende Magnus Buhlert.

Andreas Otto, Geschäftsführer des Bereiches Standortpolitik, Häfen und Verkehr bei der Bremer Handelskammer, sagt: „Bei aller Sinnhaftigkeit der Maßnahme kommt der Vorschlag zur Unzeit.“ Er verweist auf den großen Sanierungsstau im Bremer Straßennetz. Vor dem Umbau der Martini straße stünden wichtigere Sanierungen wie die des Autobahnzubringers Hemelingen. Sollten die Pläne umgesetzt werden, befürchtet Imke Goller-Wilberg, Landesvorsitzende des CDU-Wirtschaftsrates, „dass Autofahrer zum Einkaufen in die Außenbezirke fahren und die Innenstadt meiden“.

Jan-Peter Halves von der City-Initiative kann die Planungen des Mittelstreifens nicht nachvollziehen. Stattdessen könne man die einspurigen Fahrbahnen innen aneinanderlegen und die äußeren für Radfahrer befahrbar machen. Ein Mittelstreifen dagegen könnte späteren Umbaumaßnahmen im Wege stehen. Zudem müssten die Knotenpunkte wie die Brillkreuzung unbedingt leistungsfähig bleiben.

Als „gute und wichtige Maßnahme“ begrüßt dagegen der baupolitische Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Jürgen Pohlmann, die Pläne. Letztlich werde damit auch die Situation von Menschen verbessert, die die Straße überqueren möchten.

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