Ausstellung im Haus der Wissenschaft zeigt Vielfalt und Bedeutung von Logistik

Fakten und Forschung

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Faktoren wie Zeit, Qualität und Kosten spielen in der Logistik eine wesentliche Rolle. ·

Bremen - Von Viviane Reineking„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ – das ist die Erfolgsformel der Logistik. Unzählige Güter, weltumspannende Transportvorgänge und eine Vielzahl von Akteuren prägen dieses hochkomplexe System. Eine Ausstellung im Haus der Wissenschaft, Sandstraße 4, zeigt, woran Bremer Einrichtungen forschen, stellt Ergebnisse und Anwendungen in der Praxis vor.

61 000 Arbeitsplätze stellt die Logistik bereit, 1 300 Unternehmen sind in diesem Bereich tätig. Neben 570 Speditionen sind 280 von ihnen in der Hafenwirtschaft und 210 in der Schifffahrt angesiedelt. Diese Zahlen für das Land Bremen hält die Ausstellung „Einfach wissenswert: Logistik in Bremen/Bremerhaven“ für ihre Besucher bereit. Sie zeigen: Logistik, vor allem im maritimen Bereich, spielt in Bremen eine bedeutende Rolle. Ziel der Ausstellung sei es, so die Organisatoren, die Vielfalt und Bedeutung logistischer Prozesse sichtbar und verständlich zu machen.

Ursprünglich, so erfährt der Besucher der Ausstellung, stammt der Begriff aus dem Militär, wo er die Versorgung, Unterbringung und Organisation der Streitkräfte umfasste. Mittlerweile meint er allerdings weit mehr, nämlich die Gesamtheit aller inner- und zwischenbetrieblichen Transport-, Lager und Umschlagvorgänge – von der Beschaffung der Rohstoffe bis zur Auslieferung von Waren und ihrer Entsorgung.

Forscher gehen heute der Frage nach, wie logistische Prozesse effizienter organisiert werden können. Dabei gehen sie der Frage nach, welche Rolle die Automatisierung spielen kann, wie moderne Kommunikations- und Informationstechnologien eingesetzt werden können und wie sich beispielsweise Umweltschäden vermeiden lassen.

Im Land Bremen beschäftigen sich einige Wissenschaftseinrichtungen mit logistischen Herausforderungen: Eine Internationale Graduiertenschule der Universität Bremen erforscht beispielsweise die Dynamik von Logistikprozessen. An der Hochschule Bremen spielt Logistik in den Studiengängen „Shipping und Chartering“ sowie „Ship-Management“ eine bedeutende Rolle. Das Bremer Institut für Produktion und Logistik (Biba) arbeitet seit 1981 an der Verbesserung von Produktions- und Logistikprozessen sowie an einem Forschungsprogramm zur Selbststeuerung logistischer Abläufe. Aus diesen Forschungen ist beispielsweise ein Modell eines Paketroboters zu sehen, der in einen Container einfahren und diesen automatisch entladen kann.

Klare schematische Darstellungen und eine großflächige, in Grün, Schwarz und Weiß gehaltene Bebilderung sorgen für einen unterhaltsamen Gang durch die Ausstellung. So bekommen auch jüngere Besucher durchaus einen guten Einblick in die Bedeutung von Logitsik.

Ein Pizzabote, der die Lieferung pünktlich bringt, der Lkw, der die Möbel unversehrt liefert und ein Berufstätiger, der mit der Bahn zur Arbeit fährt – die Wandmalereien zeigen: Logistik findet überall, an jedem Ort und zu jeder Zeit statt.

Eine 23 Meter lange Bremer Kogge diente im 14. Jahrhundert als Transportmittel, heute misst das größte Containerschiff der Welt, die „Marco Polo“, stolze 396 Meter. Die Größenunterschiede veranschaulicht ein übergroßes Wandbild. Neben spannenden Zahlen gibt es auch interaktive Exponate auszuprobieren. Der Van-Carrier-Simulator zeigt die Arbeit in diesem Transportfahrzeug für den Containerumschlag. 240 dieser Fahrzeuge sind beispielsweise am Bremerhavener Containerterminal im Einsatz.

Begleitend finden kostenlose Vorträge und Führungen statt. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Mai im Haus der Wissenschaft zu sehen.

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