Neue Sicht auf die Stadt

Tour „Bremen von oben“ : Per Fahrrad hoch hinaus

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Blick vom „Landmark-Tower“ stadteinwärts: Aus 70 Metern Höhe sind der Europahafen und die boomende Überseestadt mit dem Kaffee-Quartier gut zu überblicken.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Angenehme Musik prasselt auf 17 erschöpfte Besucher nieder, während der Fahrstuhl zügig rauf bis zur 20. Etage des „Landmark-Towers“ fährt. Alles sieht edel aus, auch in der Bar „Deck 20“ an der Spitze des riesigen Hochhauses in der Überseestadt. Nach einigen vor allem an der Weserpromenade geradelten Kilometern gibt es einen alkoholfreien Cocktail. Im Hintergrund läuft Jazz. Doch die Radreisenden gehen lieber raus auf den großen Balkon. Hier ist der Endpunkt einer dreistündigen Tour erreicht.

Bremen hat keine Berge, aber viele hohe Gebäude. In der Serie „Sommermomente“ geht es heute um die Radtour „Bremen von oben“, die von der Bremer-Touristik-Zentrale angeboten wird.

Zurück auf den Hochhausbalkon: Der Großmarkt wirkt plötzlich klein und nimmt nur einen Teil des Blickfeldes ein. Fast zierlich daneben stehen der Speicher XI und die Roland-Mühle, hinter dieser ist weit entfernt der Fallturm an der Uni zu sehen. Die Boote und Schiffe in Weser und Europahafen sehen aus 70   Metern Höhe wie kleine Modelle aus. Noch kleiner sind die Menschen, die sich an der Promenade aufhalten. Auf der anderen Seite liegen das Güterverkehrszentrum und Rablinghausen. Das Wasser reflektiert das Sonnenlicht, die Wellen geben ihm eine lebendige Oberfläche.

In der Innenstadt ragt der St.-Petri-Dom empor, eindeutig weiter entfernt als der „Weser-Tower“. Auch die Stadthalle ist zu erkennen.

Man ahnt, wo der Startpunkt der Tour liegt, der Marktplatz. „Bremen von oben“ fängt auf dem geschichtsträchtigen Bremer Marktplatz an – mit Ausführungen von Expeditionsleiterin Christine Könsen: „Hier spielt sich alles ab, Politik, Handel, Wirtschaft. Der Roland steht für die Freiheit der Stadt.“

Wilhelm Tacke, Christine Könsen und der „ökumenische Blick“ auf die Propsteikirche St. Johann (l.) und den Dom (r.). 

Dann geht es aufs Rad zum ersten Aussichtspunkt. Das Dach des Birgitten-Klosters bezaubert mit einem herrlichen Ausblick auf den Schnoor. Seite an Seite stehen die kleinen, spitz zulaufenden Dächer. Das Geschichtenhaus hebt sich ab. „Ich sage immer, von hier aus habe ich den ökumenischen Blick. Ich sehe die Kirche St. Johann von den Katholiken und den St.-Petri-Dom von den Protestanten“, sagt Wilhelm Tacke, ehemaliger Pressesprecher der katholischen Kirche in Bremen, der die Tour-Teilnehmer durchs Kloster führt. Dazwischen steht eine Kuppel, eine ehemalige Sternwarte des Alten Gymnasiums, heute ist dort der Musikbereich der Hochschule für Künste ansässig. Von oben zeigt sich auch: Die Klosterschwestern leben modern. Das Dach ihres Wohnheims ist mit Solarzellen bestückt. Sie glänzen förmlich, denn die Sonne strahlt in voller Pracht. Das Birgitten-Kloster wurde 2002 eingeweiht.

Prächtiger Blick auf die Böttcherstraße

Das Atlantic Grand Hotel beeindruckt mit einer großen Dachterrasse. Der Rundumblick ist durch Scheiben sogar windgeschützt. Ein prächtiger Blick auf die Böttcherstraße. Musik erklingt aus einiger Entfernung, hervorgebracht durch Glocken. Die Tour-Teilnehmer wissen sofort, wohin sie ihren Blick ausrichten müssen. Das Glockenspiel in der Böttcherstraße ist in Aktion. Erst erklingen Seemannslieder, etwas später „Die Gedanken sind frei“. „Da ist die fliegende Zigarre“, sagt Könsen, als die Tafel mit Ferdinand Graf von Zeppelin und Hugo Eckener, übrigens Sohn eines Zigarrenfabrikanten, als eine späte Station in der Geschichte der Ozeanbezwinger erscheint.

„Bremen von oben“ steht am Sonnabend, 12. August, wieder auf dem Programm. Statt auf das Dach des Atlantic Grand Hotels geht es dann auf das Bamberger-Haus im Faulenquartier. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Roland. Preis: 19,50 Euro. Tickets gibt es unter 0421/30800-10.

www.bremen-tourismus.de

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