Reduzierter Fahrplan

Fahrpersonal fehlt: Weniger Busse und Bahnen in Bremen

Weniger Bahnen: Wegen einer angespannten (Fahr-)Personallage schränkt die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) ihr Angebot ein und reduziert die Fahrten.
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Weniger Bahnen: Wegen einer angespannten (Fahr-)Personallage schränkt die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) ihr Angebot ein und reduziert die Fahrten.

Mitten in der Corona-Pandemie schränkt die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) ihr Angebot ein. Es gibt zu wenig Fahrpersonal für Busse und Bahnen. Ab Montag, 13. Dezember, gilt ein reduzierter Fahrplan.

Bremen – Die BSAG reagiert damit auf die verstärkten Ausfälle von Linienfahrten in den vergangenen Tagen, die auch Pendler zu spüren bekamen, die auf den öffentlichen Nahverkehr setzen. „Grund dafür ist eine angespannte Personalsituation“, erklärte ein Sprecher. Zu einer jahreszeitlich bedingten Häufung von Erkältungsfällen seien coronabedingte Abwesenheiten gekommen – beispielsweise durch Quarantäne-Regelungen im Umfeld von Infizierten. „Derzeit hat die BSAG intern alle personellen Reserven ausgeschöpft“, heißt es.

Gut 1.000 Personen bilden das Fahrpersonal. An einem normalen Werktag sind etwa 200 Fahrzeuge im Einsatz – mit (über den Tag verteilt) etwa 620 Fahrern. Ein Krankenstand von 10 bis 15 Prozent macht der BSAG nun zu schaffen. Also wird im Stadtgebiet auf nahezu allen Linien das Angebot reduziert: Zehn-Minuten-Takt (tagsüber) auf den Linien 1, 2, 3, 6 und 10 sowie 24, 25 und 26/27, Streichung der 4S in der Hauptverkehrszeit.

Einschränkungen gelten von montags bis freitags

Wie lange das so bleiben wird, ist nicht abzusehen. Die Reduzierungen im Fahrplan gelten von montags bis freitags. An Wochenenden, wenn ohnehin weniger Busse und Bahnen fahren, soll das Angebot unverändert bleiben. Mit den Reduzierungen im Fahrplan soll „das Angebot verlässlich gesichert werden“, so der Sprecher.

Möglich aber auch, dass die Busse und Bahnen dadurch voller sind. „Sollte ein Fahrzeug zu voll sein, bitten wir die Fahrgäste, zu prüfen, ob auch die Fahrt danach genutzt werden kann“, heißt es bei der BSAG. Wann genau ein Bus oder eine Bahn kommt, will das Unternehmen „spätestens zwei Stunden vor Fahrtbeginn in der digitalen Auskunft“ verkünden, online also. Zu verlässlichen Fahrplan-Aushängen an den Haltestellen sieht sich die BSAG nicht in der Lage. „Der neue Fahrplan kann bis auf wenige Ausnahmen so kurzfristig nicht gedruckt werden“, so die Auskunft.

Kommentar zum Thema:

Kein Argument für den Umstieg

Von Thomas Kuzaj

So wird das nichts mit der (politisch gewünschten) Verkehrswende! Die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) muss den Fahrplan ausdünnen und ihr Angebot einschränken, weil es ihr an Fahrpersonal fehlt. In der Wintersaison und in Pandemiezeiten ist das kein Argument für einen Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Im Gegenteil. Es ist damit zu rechnen, dass Busse und Bahnen auf den Hauptlinien voller sein werden als sonst – weil weniger Fahrzeuge unterwegs sind.

Dass Erkältungszeit und Coronabelastungen so sehr durchschlagen, zeigt, wie dünn die Personaldecke bei der BSAG ist. Die Reduzierung der Fahrten ist ein Hilferuf – und ein Armutszeugnis für eine Politik, die es seit Jahren nicht schafft, den Nahverkehr angemessen auszustatten. Neue Bahnen allein genügen nicht. Gebraucht werden mehr Bahnen (für kürzere Takte), gebraucht wird mehr Personal. Das kostet Geld. Doch wer einen attraktiven Nahverkehr will, muss richtig in ihn investieren – statt wohlfeile Diskussionen über kostenlose Bus- und Bahnnutzung zu führen.

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