Fachveranstaltung über autonomen Verkehr

Fahren wie von Geisterhand

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Christof Büskens von der Uni Bremen ist Projektleiter des sogenannten „AO Car“.

Bremen - Von Steffen Koller. Kein Lenkrad, kein Brems- und Gaspedal, dafür Technik bis unters Dach: Fahrerlose Autos sind bislang ein eher seltener Anblick im öffentlichen Raum. Doch wie weit ist die Technik tatsächlich, was wird in zehn Jahren möglich sein?

Eine Fachveranstaltung des Verkehrsressorts in der Bremer Bürgerschaft gab am Freitag Antworten. Unter dem Titel „Autonomer Verkehr – Wohin sind wir unterwegs?“ stellten Experten ihre Erkenntnisse vor.

Unter anderem am Rednerpult: Professor Christof Büskens von der Universität Bremen. Der Projektleiter vom Zentrum für Technomathematik hat zusammen mit Studenten einen VW Passat entwickelt, der – ausgestattet mit Sensoren, Kameras und Scannern – in der Lage ist, sich selbstständig auf Straßen zu bewegen. 

„AO Car“ nennt sich das Projekt, an dem Büskens und sein Team seit Ende 2016 arbeiten. Mittlerweile sei es den Wissenschaftlern gelungen, ein Auto zu programmieren, das selbstständig den Abstand zum Vordermann hält, um Hindernisse fährt und im Anschluss auf die richtige Fahrspur zurückwechselt.

Software für intelligente Parkplatzsuche

Dabei, so Büskens, sei aller Anfang schwer gewesen. Bei ersten Testfahrten habe sich das Auto wie „ein neugeborenes Baby“ verhalten – fähig, Bewegungen auszuführen, doch „ sehr unkoordiniert“. Nun soll der nächste Schritt gegangen werden: So wollen Büskens und sein Team bis Weihnachten eine Software entwickeln, die dem Auto eine intelligente Parkplatzsuche ermöglicht. Gehe der Plan auf, sei der Wagen bald in der Lage, autonom eine geeignete Parklücke zu finden, allein einzuparken und seinen Fahrer nach Ende seines Einkaufs wieder am Eingang des Supermarktes abzuholen.

Wie weit die Technik in anderen Ländern ist, zeigte der Vortrag von Martjin Bruil aus den Niederlanden. Dem Projektleiter von „We Pods“ und seinen Mitarbeitern gelang es demnach, einen Kleinbus im öffentlichen Straßenverkehr fahren zu lassen, ohne dass überhaupt ein Mensch das Gefährt lenkt.

Auch für die Provinz interessant

Das Vehikel befahre dabei eine 25 Kilometer lange Strecke vom Bahnhof zum Uni-Campus und biete Platz für sechs Personen. Bruils Projekt soll dabei zeigen, dass autonomes Fahren nicht nur Thema in Großstädten sei, sondern auch in Provinzen auf Resonanz stoße.

Nach einer längeren Testphase wollen die Wissenschaftler nun die zu fahrende Strecke ausweiten und ihr Projekt auch in anderen Gebieten zur Anwendung bringen. Bald solleein Bus entstehen, der 20 Sitze habe und 50 Kilometer in der Stunde schaffe. Der Prototyp bringe es heute schon auf sechs Sitze und 25 km/h.

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