Renner wird erster „Lichtenberg-Professor“

Exzellente Juristerei

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Der Jurist Moritz Renner übernimmt die Professur „Transnationales Wirtschaftsrecht“ in Bremen. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Wissenschaft: „Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen und es klingt hohl, ist das allemal im Buch?“ Ein charakteristischer Aphorismus des Schriftstellers, Kritikers und Physikers Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799).

Er sagte auch: „Die Leute, die niemals Zeit haben, tun am wenigsten.“ Und so weiter, und so fort. Lichtenberg, der zugespitzt und ironisch zu formulieren verstand, wurde nicht zuletzt durch seine Aphorismen das, was man wohl unsterblich nennt.

Obendrein war er der erste deutsche Professor für Experimentalphysik – und hatte von 1770 an eine Professur für Physik, Mathematik und Astronomie an der Universität Göttingen inne. Nicht allein in der Literatur-, auch in der Naturwissenschaft hat sein Name noch heute einen großen Klang. Das beweist auch die Geschichte der „Lichtenberg-Professuren“. Damit, so heißt es bei der Bremer Universität, unterstützt die Volkswagen-Stiftung „exzellente Wissenschaftler in innovativen Lehr- und Forschungsfeldern“. Und: „Gefördert werden in erster Linie herausragende Nachwuchswissenschaftler.“

Die Bremer Uni äußert sich natürlich nicht ohne Grund zu diesem Thema – denn: „Zum ersten Mal geht eine ‚Lichtenberg-Professur‘ an die Universität Bremen.“

Dr.Moritz Renner wird im kommenden Wintersemester am Fachbereich Rechtswissenschaften eine Professur für „Transnationales Wirtschaftsrecht und Theorie des Wirtschaftsrechts“ übernehmen.

Die Volkswagen-Stiftung fördert die Bremer Professur in den kommenden fünf Jahren mit mehr als einer Million Euro. Die Universität Bremen verpflichtet sich, die Professur nach Auslaufen der Förderung als ordentlichen Lehrstuhl fortzuführen.

Renner werde mit einem Team aus Juristen, Ökonomen und Soziologen analysieren, „welche Veränderungen das Recht durch die Globalisierung der Wirtschaft erfährt“. Ziel ist es, so die Formulierung, „die Grundlagen eines transnationalen Wirtschaftsrechts, eines Wirtschaftsrechts jenseits des Nationalstaats, zu entwickeln“. Beispielhaft sollen dazu das transnationale Konzernrecht und das Recht grenzüberschreitender Kreditverträge untersucht werden.

Renner kennt Bremen übrigens gut – er kehrt an die Weser zurück. An der Bremer Uni nämlich hatte er promoviert. Für seine Dissertation „Zwingendes transnationales Recht – Elemente einer Wirtschaftsverfassung jenseits des Staates“ erhielt er im Jahr 2010 den „Bremer Studienpreis“ der „Unifreunde“ und 2011 den „Deutschen Studienpreis“ der Körber-Stiftung. In Bremen war Renner auch wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sonderforschungsbereich „Staatlichkeit im Wandel“. 2009 ging er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Berliner Humboldt-Universität.

· Literatur: Die Bremer Schauspielerin, Regisseurin und Sprecherin Cornelia Petmecky ist demnächst in Bremens kleinstem Theater zu Gast – bei Benedikt Vermeer im Literaturkeller (Schildstraße 21, Ostertor). Am Montag, 13. August, 20 Uhr, liest sie dort Märchen von Oscar  Wilde. Auf dem Programm stehen „Die Nachtigall und die Rose“ und „Der eigensüchtige Riese“.

„Wildes Kunstmärchen zählen zu den schönsten der Weltliteratur“, sagt Vermeer. „Zentrale Themen sind Mitgefühl, Selbstsucht und die Suche nach dem Glück.“ Petmecky: „Ursprünglich hatte Oscar Wilde seine Märchen für seine beiden Söhne Cyril und Vyvyan geschrieben. Unser Glück ist es, das er seine Erzählungen später doch veröffentlichte und damit auch seinen Lesern ein besonderes Geschenk gemacht hat.“

Reservierung unter Telefon 0421/792 65 86.

http://www.corneliapetmecky.de

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