Experten arbeiten altägyptische Objekte des Übersee-Museums auf / Eindrucksvoller Bildband

Sammlung entpuppt sich als Schatz

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Mumie im Sarg des Harsiese.

Ilka Langkowski - Ein Sarg mit Augen, Mumien im Kernspintomographen und Herrscher des Jenseits – die Forschungsarbeiten zur altägyptischen Sammlung des Übersee-Museums erwiesen sich als spannend und aufschlussreich. Die Ergebnisse wurden in einem Bildband zusammengefasst.

Zwei Sphinxes bewachen die Besucher am Portal des Übersee-Museums und bewachten eine jahrzehntelang weitgehend unbearbeitete Sammlung von Objekten im Museumskeller. Jetzt sind rund 700 Stücke aus der altägyptischen Zeit untersucht worden. Drei Jahre Forschungsarbeit machten klar, dass Bremen eine der schönsten Sammlungen altägyptischer Kunst besitzt - einen echten Schatz. Museumsgründer Hugo Hermann Schauinsland (1857-1937) ist dafür verantwortlich. Der Zoologe war ein gewissenhafter Sammler ägyptischer Fundstücke und betonte schon damals die Bedeutung der ägyptischen Kultur für das Verständnis späterer Epochen.

„Aus Gräbern, Heiligtümern und Siedlungen“ heißt der gerade erschienene Bildband, in dem alle historischen Schätze übersichtlich und lebendig dargestellt sind. Einige Exponate können im Rahmen der Afrika-Ausstellung bewundert werden. Museumsdirektorin Prof. Dr. Wiebke Ahrndt und Ägyptologin Annette Felgenhauer stellten Buch und Exponate gestern der Presse vor. Felgenhauer kann unendlich viel erzählen: Etwa über die verschiedenen Dynastien und ihre Sarggestaltung, über Papyrusrollen mit magischen Texten oder Uschebti-Figuren und Kanopen. Kanopen sind urnenähnliche Gefäße mit Tierköpfen als Deckel. In ihnen wurden von den späteren Dynastien die Eingeweide der mumifizierten Verstorbenen aufgehoben. Die Statue des Osiris gehöre zu einer der wichtigsten religiösen Mythen Ägyptens, erklärte Felgenhauer. Osiris sei erst Herrscher auf der Erde gewesen, bis ihn sein Bruder Seth aus Neid umbrachte, zerstückelte und die Leiche über dem Land verteilte. Osiris Schwestergemahlin Isis habe die Leichenteile wieder zusammengefügt und durch Magie belebt. Durch Osiris Tod sei das Jenseits entstanden, in dem er fortan herrschte. Felgenhauer verriet auch, dass in dem Land dieser Mythen auch der Ursprung der christlichen Klöster und Mönche liegt. Denn in Ägypten lebten die Koptischen Christen, welche die ersten Kloster gründeten.

Für die Auswertung der Fundstücke wurden die Tier- und Menschenmumien radiologisch „durchleuchtet“ und die Papyrusstücke entsalzt, damit das Material sich nicht zersetzt. Finanzielle Mittel kamen von der Waldemar-Koch-Stiftung zur Verfügung.

„Aus Gräbern, Heiligtümern und Siedlungen. Die altägyptische Sammlung des Übersee-Museums Bremen“ ist im Philipp von Zabern Verlag erschienen. Im Buchhandel ist der 192 Seiten starke Festeinband für 39,95 Euro erhältlich. Die Museumsausgabe kostet 29,95 Euro.

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