Experimentell und funktional: Hochschule für Künste öffnet ihre Türen

Essen als soziales Event

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Melanie Witte (l.) kocht in ihrer mobilen Küche mit Besuchern. Vorgestellt hat sie ihr Projekt beim „Tag der offenen Tür“ in der Hochschule für Künste.

Bremen - Von Isabel Niesmann. Eine Küche zwischen Fotografien, Installationen und Zeichnungen? Auf den ersten Blick passt das nicht wirklich. Aber Kunst ist mehr, als man im klassischen Sinn darunter versteht. Sie ist oft praktisch und funktional, wie der „Tag der offenen Tür“ an der Hochschule für Künste (HfK) bewies.

Am Sonnabend und Sonntag öffneten die Ateliers, Studios und Werkstätten in der Überseestadt ihre Türen für Interessierte. Studenten aller Studiengänge zeigten ihre aktuellen Arbeiten aus den Bereichen Kunst, Digitale Medien, Design und Musik. Eine von ihnen war Melanie Witte. Im Rahmen ihrer Masterarbeit im Studiengang „Integriertes Design“ mit Schwerpunkt „System und Struktur“ entwickelte sie die Idee einer mobilen Küche. Die Idee dahinter: Kochen und damit eine Kommunikationsebene und den Austausch im öffentlichen Raum fördern. „Essen als soziales Event, damit weniger allein gegessen und gekocht wird“, erklärte Kommilitonin Matilde Frank. Einmal wurde bereits auf dem Domshof zusammen gekocht und das war, sogar bei ungemütlichem Novemberwetter, ein voller Erfolg. Auch am Sonnabend kochten und aßen viele Besucher begeistert mit.

Facetten- und abwechslungsreich wie die Studiengänge an der Hochschule waren auch die Arbeiten der insgesamt 900 Studenten. „Die Türen sind heute für alle offen, natürlich auch, aber nicht primär, für Studieninteressierte“, so Theresa Albig, HfK-Pressereferentin. „Man kann sehen, was im Semester entstanden ist.“ In jedem der vier Stockwerke des historischen Speichers präsentierten die Studenten ihre Arbeiten, deren Bandbreite von Skulpturen, Mode, Design, Zeichnungen, Videokunst bis hin zu Installationen und Fotografien reichte. Aufgegriffen wurden dabei gesellschaftliche Fragen wie die Asylthematik oder der Themenkomplex rund um Kultur und Identität.

Mit der Griechenlandkrise beschäftigten sich Studenten des Masters „Kultur und Identität“. Anfang vergangenen Jahres reisten einige von ihnen nach Athen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Heraus kamen beeindruckende Porträts und Fotografien eines verfallenden Stadtbildes. Ein anderes spannendes Projekt beschäftigte sich mit Lizenzvereinbarungen, die wohl die meisten schon einmal im Internet unterzeichnet haben, ohne sie vollständig gelesen zu haben.

Raumgroße Installationen zeigten das gestalterische Potenzial der Zerstörung, und in Trickfilmen wurden Paradiesgeschichten erzählt. Im Bereich der Mode sei Upcycling gerade ein ganz großes Thema, so Albig. Jana Hofmann, Studentin „Integriertes Design“, Schwerpunkt Mode, setze einen anderen Fokus. „Ich wollte Ästhetik und Schutz vereinen“, so Hofmann. In ihrer Sportkollektion dominieren deshalb winddichte, funktionale und gepolsterte Stoffe und Reflektoren. „Die Kleidung schützt vor Wind und Wetter, vor Dunkelheit und Sturm.“ Ergänzt wurden die Präsentationen von einem bunten Rahmenprogramm.

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