Bremer Uni lädt den Nachwuchs zu Vorlesungen und Workshops ein / Von Strom und Magneten

Experiment am alten Kinderfahrrad

Prof. Dr. Bernd Orlik mit seinen jungen Studenten bei der Kinderuni.

Bremen - Von Judith Christiansen· Wie es sich für Akademiker gehört, beginnt die Vorlesung etwas später. „Wir warten noch einen kleinen Moment, für den Fall, dass die Straßenbahn Verspätung hat“, so Physik-Professor Dr. Bernd Orlik. Drei Tage lang, von gestern bis morgen, ist Kinderuni an der Universität Bremen – dieses Jahr bereits zum siebten Mal.

Tatsächlich kommt noch ein Schwung Nachzügler. Der Hörsaal ist zu drei Vierteln gefüllt. Aber nicht nur Physik steht im Vorlesungsverzeichnis, auch Chemie, Biologie, Mathe und Produktionstechnik gibt es an drei Vormittagen zu hören. Nachmittags finden Labore und Workshops statt, wo in den Fächern Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Geowissenschaften selbst experimentiert werden darf.

„Ich freu‘ mich immer besonders auf die Workshops“, so die elfjährige Katharina aus Delmenhorst. „Es ist aber immer schwer, den Wunsch-Workshop zu kriegen“, erklärt ihr Vater Holger Suhrkamp. „Das Problem ist, dass die binnen Sekunden ausverkauft sind.“ Das Interesse ist groß. Mehr als 1 300 Tickets gingen in diesem Jahr weg. „Auch, wenn der Titel die Kinder mal nicht ganz so interessiert hat, sind sie immer ganz begeistert, wenn sie aus den Labors kommen“, meint Suhrkamp. Katharina ist schon zum vierten Mal dabei. Die Physik-Vorlesung „Vom Fahrraddynamo zum Windstromgenerator“ gefällt ihr. „Ich find‘ gut, dass der Professor Experimente aufgebaut hat.“ Ein antik anmutendes Kinderfahrrad samt Dynamo, ein Windrad und unterschiedliche Generatoren stehen vorne im Hörsaal. „Mir hat gut gefallen, dass er die Kinder nach vorne geholt hat, zum Ausprobieren“, so Katharinas neunjähriger Bruder Christoph im Anschluss an die Vorlesung.

Orlik spricht über Licht-

erzeugung. Dafür werden Strom und Spannung benötigt. Ein Fahrraddynamo braucht eine Drahtspule und zwei gegenpolige Magneten. Außerdem muss jemand kräftig in die Pedale treten, um Energie zu erzeugen.

„Was kann man tun, damit das Licht am Fahrrad brennt?“, fragt Orlik seine jungen Studenten. Ein junges Mädchen gibt die richtige Antwort. Und dann bittet der Professor drei Jungen nach vorne. Einer radelt mit Feuereifer los, einer misst die Spannung (sechs Volt) und der dritte den Strom (0,4 Ampere). Die Spannung sei immer da, der Strom aber nicht. „Wer hat schon einmal eine Glühlampe ausgewechselt?“ Die Frage richtet sich an die Eltern. „Da machen Sie den Lichtschalter vorher aus. Sonst kriegen Sie einen gewischt“, so der gute Rat des Wissenschaftlers.

Lautes Gelächter erntet Orlek, als er das Prinzip von negativ und positiv geladenen Magneten erklärt. Er hat nämlich zwei Magnet-Hunde dabei, die vorne positiv und hinten negativ gepolt sind. „Wenn die sich im Park treffen, beschnuppern sie sich“, so der Professor. Er lässt die beiden Magnethunde aufeinander zugehen. Kurz bevor sie aufeinandertreffen, dreht sich einer um, denn nur gegensätzlich gepolte Magneten ziehen sich an.

WWW.

kinderuni.uni-bremen.de

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