Eisbrecher geht wieder auf Forschungsreise

Bremerhavener Polarstern startet in die Arktis

 Die „Polarstern“ in der Arktis.
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Neue Expedition: Die „Polarstern“ steuert wieder die Arktis an.

Die „Polarstern“ ist auf dem Weg in die Arktis. Am Pfingstmontag lief das Forschungsschiff vom Heimathafen Bremerhaven aus. Die Rückkehr ist für 28. Juni geplant.

Bremerhaven – Der Forschungseisbrecher „Polarstern“ des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) ist am Pfingstmontag zu einer Expedition Richtung Arktis aufgebrochen. Zwischen Grönland und Spitzbergen wollen mehr als 50 Wissenschaftler den Einfluss von Umweltveränderungen auf das arktische Tiefseeökosystem erforschen, teilte das AWI mit.

„Wir wollen die Änderungen im Ökosystem ermitteln und quantifizieren sowie Rückkopplungen auf ozeanographische Prozesse untersuchen“, sagte AWI-Tiefseebiologe Thomas Soltwedel. „Unsere Untersuchungen beinhalten die Identifizierung räumlicher und zeitlicher Entwicklungen in der Funktion ausgewählter Plankton- und Benthos-Gemeinschaften.“ Die Beobachtungsdaten wiederum sollen zukünftig in ein umfassendes Repositorium einfließen, das sich derzeit im Aufbau befindet, ergänzt Soltwedel, der im AWI die Sektion Tiefsee-Ökologie und -Technologie leitet.

Die „Polarstern“ steuert dazu eine Region in der Framstraße an, die seit mehr als 20  Jahren beobachtet wird und deshalb auch als „Hausgarten“ des AWI bezeichnet wird. Dort angekommen, sollen auch weitere Installationen zur Ozeanbeobachtung „Fram“ („Frontiers in Arctic marine Monitoring“) aufgebaut werden.

Expedition in den „Hausgarten“

„Fram“ soll kontinuierliche Untersuchungen von der Meeresoberfläche bis in die Tiefsee ermöglichen und zeitnah Daten zur Erdsystem-Dynamik sowie zu Klima- und Ökosystem-Veränderungen liefern. „Daten des Beobachtungssystems werden zu einem besseren Verständnis der Veränderungen in der Ozeanzirkulation, den Wassermasseneigenschaften und des Meereisrückgangs sowie deren Auswirkungen auf das arktische, marine Ökosystem beitragen“, sagt Soltwedel.

Neben einem autonomen unbemannten Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) setzt das Forschungsteam hierfür auch verschiedene autonome, in der Wassersäule agierende (Autonomous Underwater Vehicle, AUV) sowie auf dem Tiefseeboden operierende Unterwasserfahrzeuge (Benthic Crawler) ein.

50 Wissenschaftler und 40 Crewmitglieder an Bord

Darüberhinaus untersucht das Forscherteam den Eintrag von Plastikmüll in den Ozean. Dabei werden vor allem vertikale Plastikflüsse von der Meeresoberfläche zum Meeresboden und die Wechselwirkungen zwischen Plastik und marinen Organismen untersucht.

Damit die Expedition starten kann, haben sich Wissenschaftler und die 40   Crewmitglieder für rund zwei Wochen in strenge Quarantäne in ein Bremerhavener Hotel begeben. Nach drei negativen Corona-PCR-Tests gab es grünes Licht für den Start der Expedition. Die „Polarstern“ wird am 28. Juni im Heimathafen Bremerhaven zurückerwartet.  

Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) forscht nach eigenen Angaben in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gemäßigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher „Polarstern“ zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 19 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Seit 1982 im Dienst der Wissenschaft

Die bei HDW (Howaldtswerke-Deutsche Werft) in Kiel gebaute „Polarstern“ wurde am 9. Dezember 1982 in Dienst gestellt. Der vom AWI betriebene Forschungseisbrecher dient der Erforschung der Polarmeere und der Versorgung der Forschungseinrichtungen in Arktis (Koldewey-Station) und Antarktis (Neumayer-Station). Das 118 Meter lange und 25 Meter breite Schiff kann mit seinen vier Motoren (14,7 Megawatt) bis zu 1,5 Meter dicke Eisschollen mit einer Geschwindigkeit von fünf Knoten durchfahren, heißt es.

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