Friedrich Hennemann will SPD-Chef werden

Ex-Werftchef gegen Favoritin

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Friedrich Hennemann will SPD-Chef werden.

Bremen - Die Bremer SPD ist nicht der kleinste Landesverband der Partei, doch gehen ihr auch an der Weser die Mitglieder von der Fahne. Das will der Ex-Vulkan-Chef und SPD-Veteran Friedrich Hennemann ändern. Dazu allerdings müsste er erst einmal reden dürfen. . .

Der ehemalige Werftchef Hennemann hält an seinem Ziel fest, SPD-Vorsitzender in Bremen zu werden. Es werde immer wahrscheinlicher, dass er heute, Sonnabend, beim Parteitag im BLG-Forum (Überseestadt) die notwendigen 20 Stimmen für eine Initiativkandidatur und ein Rederecht bekomme, sagte der 79-Jährige jetzt. „Ich brauche 20 Landesdelegierte, und ich hoffe, dass zehn Prozent (der Delegierten) den Mut haben zu sagen: ,Ich bin dafür, dass der redet‘.“

Hennemanns Name ist mit dem Niedergang der Bremer Vulkan-Werft verbunden. Ein langwieriges Verfahren wegen Untreue gegen ihn wurde aber letztlich 2010 eingestellt. Er will heute antreten, um zu gewinnen. „Ich würde diesen Aufwand nicht betreiben, wenn ich nicht gewinnen wollte“, so Hennemann, der darauf verwies, dass er beim Landesparteitag nur Gast und nicht Delegierter sei und damit auch per se kein Rederecht habe.

Als Landesvorsitzender sähe er eine Hauptaufgabe im Stopp des Mitgliederschwundes. Die Bremer SPD verliere jedes Jahr Mitglieder. Seit 2006 seien dies teilweise 20 Prozent und in Bremen-Nord sogar 30 Prozent. „Ich traue mir zu, das locker zu stoppen – nicht nur zu stoppen, sondern sogar umzudrehen.“

In zwei Jahren als Landesvorsitzender würde er den Stand von 2006 (mit 5 514 Mitgliedern) wieder erreichen oder übertreffen, meinte Hennemann weiter. Aktuell zählt die Bremer SPD, die in Bremen lange Zeit allein regiert hat, noch knapp 4 300 Mitglieder.

Heute wollen etwa 250 Delegierten die Parteispitze der Bremer SPD neu bestimmen. Bislang einzige Bewerberin um den Landesvorsitz ist die Kandidatin des SPD-Landesvorstandes, die 45-jährige Juristin Sascha Aulepp.

In einer (für den Parteitag allerdings nicht bindenden) schriftlichen Mitgliederbefragung hatte sie sich als Favoritin klar gegen Mustafa Güngör durchgesetzt. Wie berichtet, bekam Aulepp etwa 65 Prozent der gültigen Stimmen. Güngör erhielt 29 Prozent.

Der bisherige Bremer SPD-Chef Dieter Reinken hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, dass er beim Parteitag nicht wieder kandidieren werde.

dpa/kuz

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