Evangelische Kirche in Hemelingen feiert Jubiläum / Geldgeber Wilkens

Seit 125 Jahren im Dorf

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Die Hemelinger Kirche an der Westerholzstraße wird 125 Jahre alt.

Bremen - „In Hemelingen steht die Kirche noch im Dorf“, sagt Sabine Hatscher, Sprecherin der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK). Und das seit 125 Jahren. Die Hemelinger Kirche an der Westerholzstraße feiert ihr Jubiläum – am Sonnabend, 13. Juni, mit einem Gemeindefest (ab 14.30 Uhr) und am Sonntag, 14. Juni, mit einem Festgottesdienst. Um 11 Uhr predigt die Seniorin des Lutherischen Gemeindeverbandes, Pastorin Ute Schmidt-Theilmann.

Hemelingen gehört erst seit 1939 zur Stadtgemeinde Bremen. Doch das Dorf hat eine lange Geschichte. 1238 wird es erstmals urkundlich erwähnt. Hemelingen zählt zur Vogtei Langwedel, nach dem Dreißigjährigen Krieg wird es dem schwedisch regierten Herzogtum Bremen zugeschustert, 1719 dann dem Kurfürstentum Hannover.

Hemelingen wächst vom Bauerndorf zum Industriestandort. Im Zuge der Industriealisierung siedeln sich im 19.Jahrhundert sieben gewerbliche Betriebe dort an. Unter ihnen sind die Jute-Spinnerei und die Silberwarenfabrik Wilkens. Arbeiter aus dem In- und Ausland ziehen zu, von 1853 bis 1877 verdreifacht sich die Einwohnerzahl. Die Hemelinger „Schäfchen“ werden derweil vom Kirchspiel Arbergen versorgt. Und das soll sich ändern. Silberwarenfabrikant Friedrich Wilhelm Wilkens, Nachfahre des Firmengründers Martin Heinrich, ergreift die Initiative zur Gründung einer selbstständigen Kirchengemeinde, gründet einen Kirchenverein und „macht Nägel mit Köpfen“, wie es Kirchensprecherin Hatscher formuliert.

Wilkens stiftet ein Grundstück, lässt ein Pfarrhaus bauen und gibt Pläne für den Bau einer Kirche in Auftrag. 1890 wird der neugotische, rote Ziegelbau mit dem 47 Meter hohen, schlanken Turm vollendet. Die Baukosten werden aus Spenden bestritten. Auch Wilkens greift tief in die Tasche und stiftet zudem noch Altar, Kanzel, Orgel und farbige Glasfenster. Im Jahr der Einweihung, als „ein Geist weihevoller Andacht über die Festgemeinde sich lagerte“, wird auch die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde offiziell gegründet.

Hemelingen wächst weiter. 1900 eröffnen die Katholiken die St.-Godehard-Kirche, die im neuromantischen Stil eben an der Godehardstraße gebaut wird. 1906 ist das nach den Plänen des Architekten Wilhelm Mackensen entworfene Rathaus fertig. Seit 2007 steht der wuchtige Renaissance-Bau als ortsbildprägendes Gebäude unter Denkmalschutz.

Zurück zur Kirche: Die evangelisch-lutherische Gemeinde Hemelingen hat heute etwa 2900 Mitglieder, betreibt Kindergarten und Krippe sowie eine Seniorenbegegnungsstätte. Derzeit plant die BEK Investitionen in Höhe von 1,5 Millionen Euro in Hemelingen. Ein neues Gemeindezentrum soll entstehen – „modern, ökologisch und energetisch an den neuesten Standards ausgerichtet, barrierefrei und multifunktional ausgestattet“, sagt Hatscher. Im Jahr 2017 soll das neue Haus eröffnet werden, heißt es.

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