Europäische Seafood-Branche präsentiert sich auf Fachmesse in Bremen

Fisch-Trends aus 22 Ländern

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Fisch liegt im Trend. Und ist auf der „Fish internationale“ in Bremen auch ein begehrtes Fotomotiv.

Bremen - Von Jörg Esser. Fisch bleibt auf Kurs. Und beliebt. Der Umsatz der Fischwirtschaft belief sich laut Fischinformationszentrum Hamburg 2015 deutschlandweit auf 3,7 Milliarden Euro. Und das waren 115 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Die Branche setzt auf neue Trends – auf Fischbratwürste, „Pommes-Sushi“ und „Friesische Tapas“. Seit gestern ist die europäische Fischwirtschaft in den Bremer Messehallen auf der Bürgerweide zu Gast.

273 Aussteller aus 22 Ländern präsentieren bei der 15. Auflage der „Fish international“ auf 10300 Quadratmetern neue Produkte, Rezepte, Technologien und Marketingsstrategien rund um Fisch und Meeresfrüchte. Das sind rund 40 mehr als 2014. „Das Interesse an der einzigen deutschen Fachmesse für Fisch und

Seadfood ist deutlich gewachsen“, sagt Projektleiterin Sabine Wedell. Und der Appetit auch: Jeder Deutsche isst im Schnitt pro Jahr 14 Kilo Fisch und Fischerzeugnisse, verrät ein Blick in die Statistik des Fischinformationszentrums. Das ist in Europa nur unteres Mittelfeld. Die Isländer verzehren pro Jahr mehr als 60 Kilo Fisch, Norweger und Portugiesen 50 bis 60 Kilo und Spanier 40 bis 50 Kilo.

Unter den internationalen Ausstellern stellen die Niederlande mit 28 das größte Kontingent – vor Spanien (20), Dänemark (zehn) und Polen (neun). Bis Dienstag rechnen die Veranstalter mit rund 11000 Fachbesuchern aus dem In- und Ausland. Vor zwei Jahren zählte die Bremer Fischmesse 10938 Besucher.

Die „Fish international“ gilt als wichtiger Treffpunkt der Branche. „Das ist ein kreativer Pflichttermin“, sagt – frei übersetzt – ein auf Schalen- und Krustentiere spezialisierter Fischhändler aus Spanien. Premiere feiert in diesem Jahr das Symposium „Perspektiven für die Seafoodbranche“, auf dem unter anderem Hubertus von Wedel, der Marketingdirektor der Fischmanafaktur Deutsche See aus Bremerhaven, neue Werbestrategien sowie innovative Produkt- und Verpackungsideen vorstellt.

Fisch gewinnt Marktanteile als „Street Food“, als schnelle Zwischenmahlzeit, und als Grillgut. Für

„Pommes Sushi“ werden frittierte Kartoffeln mit Fjordlachs kombiniert, bei „Friesischen Tapas“ ersetzen Matjes die Garnelen. Für die „Krabbenchips“ vom Hamburger Fischmarkt räkelt sich eine leicht bekleidete Nixe in einer Art Trockenpool. Und dann gibt es immer mehr Fischbratwürste. Bei der Firma „Welsländer“ aus Müllheim im Hochschwarzwald wird in der Fischwurst zu 70 Prozent Wels verarbeitet – und dann mit den entsprechenden Gewürzen und Zutaten als Wiener, Lyoner, Krakauer, Grillwurst und Bratwurst zubereitet. Und der Bremerhavener Fischhändler und Gastronom Hans-Joachim Fiedler, der für sein Lebenswerk mit dem „Seafood-Star“ ausgezeichnet wird, stellt seine Fischbratwürste aus Lachs und Riesenkalmar her. Schmeckt wenig fischig, sehr würzig und sorgt für Durst.

Auch Landlachs, genauer gesagt an Land gezüchteter Lachs, ist im Angebot. Die polnische Firma „Jurassic Salmon“ sieht sich weltweit als erstes Unternehmen, das Atlantischen Lachs in einer mit geothermischem Salzwasser betriebenen Kreislaufanlage produziert.

Parallel zur „Fish“ bietet in der Nachbarhalle die Messe „Gastro Ivent“ Impulse und Lösungen für die Gastronomie an. Vertreten sind 112 Aussteller aus vier Ländern.

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