Eurogate macht 65 Millionen Euro Gewinn / Containerriesen bereiten Probleme

Rekordplus beim Umschlag

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Die „Maren Maersk“ und die „Majestic Maersk“ an der Stromkaje. Der Umschlag am Bremerhavener Terminal stagnierte im vergangenen Jahr.

Bremen - Von Viviane Reineking. Der Bremer Terminalbetreiber Eurogate hat im vergangenen Jahr mit 14,8 Millionen Standardcontainern (TEU) den höchsten Containerumschlag der Firmengeschichte verzeichnet. Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um 10,2 Prozent auf 76,5 Millionen Euro, der Gewinn lag bei knapp 65 Millionen Euro (plus 4,7 Prozent).

Der Umsatz erhöhte sich um 5,3 Prozent auf 566 Millionen Euro. Das teilte das Unternehmen gestern auf seiner Jahrespressekonferenz mit. Eurogate betreibt Containerterminals in Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg sowie in Italien und ist an Terminals in Russland, Marokko und Portugal beteiligt. Aufgrund der Geschäftszahlen für 2014 sieht sich das Bremer Unternehmen in seiner Netzwerk-Strategie mit elf Standorten in Europa bestätigt, wie Emanuel Schiffer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Eurogate-Gruppe, gestern im Atlantic Grand Hotel sagte.

Für Mehraufwand bei der Abwicklung sorgt Schiffer zufolge derzeit unter anderem der Zusammenschluss der großen Reedereien in Allianzen, darunter beispielsweise die „2M-Allianz“ der weltweit größten Containerschiff-Reederei MSC und Maersk. Aufgrund von Überkapazitäten habe sich zudem der Wettbewerb beispielsweise in den Westhäfen wie Rotterdam und London Gateway verschärft.

Der Trend zu immer größeren Schiffen mit 18000 bis 21000 TEU hält derweil an: Anfang März war das aktuell größte Containerschiff der Welt, die „MSC Oscar“ (19224 TEU), am Wilhelmshavener Terminal zu Gast, doch in den Auftragsbüchern der Werften stehen bereits große Riesen-Containerschiffe mit Kapazitäten von 20000 bis 22000 TEU. „An der Wirtschaftlichkeit dieser Schiffe führt nichts vorbei“, so Schiffer. Das führe bereits zu Begegnungsverboten von großen Schiffen auf Weser und Elbe und Wartezeiten beim Ein- und Auslaufen in den Häfen. Auch müssten regelmäßig Containerbrücken-Ausleger im Hamburger Waltershofer Hafen hochgefahren werden – weitere Probleme für Eurogate.

Die Antwort auf diese Entwicklung sei neben Bremerhaven der 2012 eröffnete Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port. Den Umschlag im vergangenen Jahr bezeichnete Schiffer allerdings noch als „völlig unbefriedigend“: Er ist um zwölf Prozent auf 67000 TEU gesunken (2013: 76265). Für 2015 wird dagegen eine deutliche Verbesserung erwartet, da die „2M-Allianz“ gerade den Fernost-Nordeuropa-Dienst aufgenommen habe.

Insgesamt haben die deutschen Terminals 8,1 Millionen TEU umgeschlagen. Der größte deutsche Standort Bremerhaven verzeichnete ein leichtes Minus von 0,7 Prozent auf knapp 5,8 Millionen TEU. Im Hamburger Hafen dagegen hat Eurogate ordentlich zugelegt: Hier gab es einen Zuwachs von 1,9 Millionen auf 2,2 Millionen TEU (plus 16,7 Prozent). Die italienischen Terminals steigerten den Umschlag nur leicht um 0,3 Prozent auf mehr als fünf Millionen, in den Häfen in Marokko, Portugal und Russland ist er um 23,4 Prozent auf 1,6 Millionen gewachsen.

Eurogate ist nach eigenen Angaben Europas führende, reedereiunabhängige Containerterminal-Logistikgruppe und betreibt mit seiner Schwestergesellschaft Contship Italia elf Terminals von der Nordsee bis zum Mittelmeer. Im vergangenen Jahr beschäftigte die Gruppe 7746 Mitarbeiter.

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