Minigolf im Dunklen

An die Lichtverhältnisse müssen sich die Spieler beim Minigolf erst gewöhnen.

Bremen - Von Bettina Diercks. „Boomtown“, wie Florian Gehrke die Überseestadt in Bremen nennt, ist nach wie vor für außergewöhnliche Projekte bestens geeignet. Gehrke ist Betriebsleiter im „Schwarzlichthof“, der eine der wenigen Indoor-Minigolfanlagen beherbergt, die sich nahezu im Dunklen befindet.

Und „boom“ macht es auch beim Betreten des Parcours. Neonfarben knallen den Spielern entgegen, denn Einrichtungsgegenstände und Bahnen sind mit Spezialfarben gestrichen, die im Schwarzlicht ihre volle Wirkung entfalten. Dabei ist mal mehr mal weniger genau im Dunklen zu erkennen, um was es sich handelt. Das neue Angebot, den Parcours mit 3-D-Brille zu spielen erleichtert es auch nicht. Möglich ist das, weil auf die eh schon fluoreszierenden Farben eine Spezialfarbe aufgetragen wurde.

Wem ein rollender Ball im Dunklen zu langweilig ist, sollte es während der Sommerferien, nur dann gibt es dieses Angebot noch, mit Tischtennis versuchen. Ball und Schläger sind mit fluoreszierenden Farben bemalt. Wer mag, zieht weiße Handschuhe an. Das erleichtert vor allem dem Gegenüber einzuschätzen, was sein „Gegner“ gerade macht. Den Orange leuchtenden Ball richtig einzuschätzen, ist schwierig und Bedarf einiger Übung. Zumindest für Laien. Tischtennisprofis werden es wohl einfacher haben, ganz leicht dürfte es aber selbst für sie nicht im Düsteren und mit den grellen Neonfarben sein.

Alte Schiffstaue, Paletten, Obstkisten, Sackkarren und Rettungsringe prägen das Ambiente und gehören zum Parcours, der durchspielt werden will. An den Wänden überdimensionale Bilder des früheren Hafengeschehens in und um die Stauerei herum. Knochenarbeit der 1930er bis 50er Jahre, da damals noch das Stückgut ohne großen technischen Schnickschnack verladen wurde. In dem alten Gebäude, mit alten, original Requisiten, befinden sich heute Schwarzlichthof und Hafenrevuetheater.

Mit den herkömmlichen Minigolfanlagen und -bahnen hat der Parcous im Schwarzlichthof nicht viel gemeinsam. Neben dem herkömmlichen Schläger kommen auch mal Hammer und Minilastenaufzug zum Einsatz, um den Ball auf den Weg zu bringen. Und, sogar zwei Tische fordern die Spieler heraus, da wird dann eher im Billard-Modus als Minigolf gespielt. Auf einem der beiden Tische, PitPats oder auch Hindernis-Golfen genannt, ist eine Hafenkulisse nachgebaut, den anderen zieren Fußballspieler. Kickern mal anders. Gehrke: „Die Tische wurden von der ,Blauen Karawane' gebaut.“ Die Initiative besteht aus einem Zusammenschluss von Menschen unterschiedlichster Berufe und Lebenszusammenhänge. Sie sieht sich als „Forum für sozialpolitische, kulturelle und psychiatriealternative Projekte“ und wollen darüber netzwerken und sich in die Gesellschaft einbringen. Gehrke schätzt das Engagement.

So, jetzt aber „Licht aus“. Die erste Bahn steht für sich, da sie sich im Vorraum zu den anderen Bahnen befindet. Ungewohnt, sich an die halbdunkle, fluoreszierende Umgebung zu gewöhnen. Im Hauptraum mit den restlichen Bahnen ist es schon etwas leichter. Aus allen Ecken leuchtet und strahlt es in Knallrosa, -orange, -gelb und -blau, dass einem ganz schummrig wird. Auf der anderen Seite ist es irgendwie atemberaubend und hat manchmal sogar etwas vom ersten Knutschen in diffus ausgeleuchteten Ecken der ersten Partys in jungen Jahren.

Nicht dazu passen allerdings der Getreidetrichter aus den 1930er Jahren mitten im Raum sowie das stechend leuchtende Pissoire an der Wand. Das daneben befindliche Waschbecken ist Bestandteil einer Spielbahn und das Loch, in den der orange strahlende Ball befördert werden sollte. Ein gar nicht so leichtes Unterfangen. Und eine viel größere Herausforderung, als Minigolfen im Freien. Beide haben den Spielmodus gemeinsam: Mit möglichst wenigen Schlägen den Ball ins Loch zu befördern. „Mit 60 bis 80 Schlägen sollte man hier schon rechnen“, sagt Gehrke. Das sei schon eine ganze Ecke mehr als auf den Anlagen draußen, ist der Betriebsleiter sicher. Die Idee der Indoor-Golfanlage im Dunklen brachte übrigens Gehrkes Kollegin Claudia Geerken aus Berlin mit. Die beiden gehören zur „Vocalartisten GbR“, die involviert sind in die Projekte Schwarzlichthof und Hafenrevuetheater. Letzteres hat eine eigene Veranstaltungsetage in der alten Stauerei.

„Maximal sechs Leute sollten pro Gruppen auf die 18 Loch gehen. Etwa 90 Minuten dauert eine Runde. Reservieren ist von Vorteil. Und: Bei uns ist außerdem ausdrücklich erlaubt, die Bahnen zu betreten“, sagt Gehrke. Die Halle nimmt gleichzeitig 60 bis 70 Personen auf. Bistrobereich und Biergarten sicherlich auch. Dort haben sich die Betreiber darauf konzentriert „heimische“ Produkte anzubieten. Beispielsweise das jüngste Trendgetränk gegen Kater aus der Hansestadt: „Freigeist“. Ziemlich passend zu dem neuen Freizeitangebot in „Boomtown“ Überseestadt.

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