Beseitigung von Vandalismus-Spuren

Esel wird die Schnauze poliert

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Unerwünschte Initialen verunzieren die Eselschnauze. Nicht mehr lange. Am Freitag kommt der „Tierarzt“.

Bremen - Von Jörg Esser. Der „Tierarzt“ kommt. Am Freitag, vor dem Frühstück sozusagen. Ab 7  Uhr wird dem Esel die Schnauze poliert. Das Lasttier der Stadtmusikanten-Skulptur am Rathaus soll von den Vandalismus-Spuren befreit werden, die ihm durch unbekannte Hände zugefügt worden sind. Initialen, also Großbuchstaben (Hs und Ws), sind dem armen Esel unter die Nüstern eingeschlagen oder eingestanzt worden.

Und zwar „sehr tief“. Das hat jedenfalls der Worpsweder Bronzegießer Lothar Rieke festgestellt. Er hat die von Gerhard Marcks geschaffene und 1953 aufgestellte Skulptur eingehend untersucht, um das Ausmaß der Verunstaltung zu analysieren. Sein Fazit: Vor der Reparatur sollen Mitarbeiter der Amtlichen Materialprüfungsanstalt Bremen versuchen, die nicht bekannte Restwandstärke an der Eselsnase per Ultraschall zu messen. Falls das vorhandene Material an der beschädigten Stelle ausreicht, könnte die Bronzefläche abgeschliffen werden. Dabei sei höchste Vorsicht geboten, um keine noch größeren und dann sichtbaren „Dellen“ zu hinterlassen. Kleine Vertiefungen könnten jedoch erhalten bleiben. Wunden heilen nicht, Wunden vernarben. Als letzte Möglichkeit bliebe das Aufschweißen neuen Materials, doch diese Maßnahme wäre aufgrund der Legierung problematisch und obendrein teurer. Zudem würde man die Folgen der Schweißarbeiten nachträglich am „Farbbild“ erkennen können.

Verkehrsverein fühlt sich für die Stadtmusikanten verantwortlich

Der arme Esel. So wird er derzeit wohl noch häufiger gestreichelt als sonst. Und natürlich halten die Touristen, ob sie nun aus Deutschland, Holland oder Japan kommen, die Vorderbeine des Esels ganz fest umklammert. Das soll ja Glück bringen. Und für die Verunzierer des Denkmals gibt es nur abfällige Kommentare. „Solche Idioten“, sagt eine Frau. „Was soll das bloß?“

Die Stadtmusikanten-Skulptur, 1953 von Gerhard Marcks geschaffen, zählt zu den Hauptanziehungspunkten vor allem für Touristen in der Bremer Innenstadt.

Immobilien Bremen, Besitzer und Verwalter der Skulptur, rechnet mit einem finanziellen Aufwand von rund 1000 Euro. Der Verkehrsverein der Freien Hansestadt Bremen will die Kosten tragen. „Die Figur wurde seinerzeit vom Verkehrsverein in Auftrag gegeben und auch bezahlt. Seitdem fühlen wir uns für die Stadtmusikanten verantwortlich“, sagt Geschäftsführer Peter Siemering.

Der ist zugleich Geschäftsführer der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ), also Bremens Chefvermarkter. Und er lässt es sich nicht nehmen, beim „Tierarztbesuch“ am Freitagfrüh vor Ort zu sein. Auch Landesdenkmalpfleger Prof. Dr. Georg Skalecki hat seine Visite angekündigt.

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