„Fridays for Future“: Bremer Klimaproteste mit 2 700 Teilnehmern

„Es gibt keinen Planeten B“

Im Rhythmus von Samba-Trommeln zogen Klima-Demonstranten vom Nelson-Mandela-Park zur Abschlusskundgebung auf den Osterdeichwiesen. Die Organisatoren hatten insgesamt sechs Demo-Routen vorbereitet.
+
Im Rhythmus von Samba-Trommeln zogen Klima-Demonstranten vom Nelson-Mandela-Park zur Abschlusskundgebung auf den Osterdeichwiesen. Die Organisatoren hatten insgesamt sechs Demo-Routen vorbereitet.

Bremen – Da sind sie wieder! In der Corona-Krise waren die Klima-Aktivisten von „Fridays for Future“ zeitweilig aus dem öffentlichen Fokus geraten, nun melden sie sich – mit Masken – zurück. Sechs Demo-Routen führten die nach Polizeiangaben etwa 2 700 Teilnehmer am Freitag sternförmig zu den Osterdeichwiesen, wo die Bremer „Fridays“-Sprecherin Frederike Oberheim forderte, „alles in Bewegung zu setzen, um etwas gegen die Klimakrise zu tun“.

Dazu stand zunächst einmal auch manches still. Busse, Straßenbahnen und nicht zuletzt Autos zum Beispiel. Die Organisatoren hatten die sechs – Zitat – „Strahlen“ ihres „Sonnenmarsches“ unter jeweils ein Motto gestellt. Damit wollten sie zeigen, „wie vielfältig die Probleme, aber auch die Lösungen der Klimakrise“ seien. So hatte der aus Walle kommende Demo-Zug das Thema „Antikapitalismus“ (!), aus Hastedt kamen die Demonstranten mit dem Thema „Energiewende“, von Schwachhausen aus galt das Motto „Klimagerechtigkeit“.

In der Neustadt – im Park am Flughafen – ging‘s um eine „Industriewende“. Der vom Nelson-Mandela-Park (Elefanten-Denkmal) hinter dem Hauptbahnhof ausgehende Zug marschierte zum Thema „Intersektionalität“ – eine Theorie, in der es um unterschiedliche und sich zum Teil überlagernde Ursachen von Diskriminierung geht; also eher indirekt ein Klima-Thema, aber sei‘s drum.

Fahrraddemo am Bremer Mercedes-Werk

Eine gewisse Neigung zur ironischen Spitze zeigten die Demo-Organisatoren mit dem sechsten „Strahl“, der an der Mercedesstraße in Sebaldsbrück begann. Ausgerechnet hier, wo die Autostadt Bremen im Mercedes-Werk ganz bei sich ist, ging es um das Thema „Verkehrswende“ – und zwar in Gestalt einer Fahrraddemo. Die anderen sechs Züge waren Fußmärsche (was nicht bedeutet, dass dort keine Fahrräder zu sehen waren).

Manche kamen aber auch per Schiff. Ein Plakat mit der Aufschrift „Es gibt keinen Planeten B“ zeigten große und kleine „Fridays“-Anhänger an Bord des Kanadiers „Käpt‘n Chaos“ der „Bremer Kanuwanderer“. Damit war der Klimaprotest auch auf der Weser angekommen – nicht nur an der Weser (am Osterdeich).

Apropos Groß und Klein. Es waren nicht allein Schüler zu den Demos gekommen, es liefen auch viele Erwachsene mit. Radfahrer, Eltern mit Kinderwagen, sogar Menschen an Krücken. Und praktisch alle – eben – mit Maske. Die Masken waren es offenbar auch, die diesen Klimaprotesten einen etwas anderen Klang verliehen. Keine Trillerpfeifen, kaum Skandieren von Parolen. Stattdessen eine gewisse Stille – unterbrochen von Musik, etwa vom Rhythmus einiger Samba-Trommeln.

Klimafreundlich, „störungsfrei und friedlich“

Der Protest wurde auf Transparenten formuliert: „Weg mit Kohle und Atom / Erneuerbar ist unser Strom“, hieß es da zum Beispiel. Und „Make Love – not CO2“ in Anlehnung an das „Make Love – not War“ der Hippies.

Alles lief „insgesamt störungsfrei und friedlich“, so Polizeisprecher Bastian Demann am Nachmittag. Die Polizei, ganz Freund und Helfer, hatte „unterstützend für die Hygienemaßnahmen für die Abschlusskundgebung am Osterdeich Leitgitter aufgebaut“.

Evangelische Kirche unterstützt Bremer Klimaproteste

Unterstützt wurden die Klimaproteste auch von der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK). Schriftführer Bernd Kuschnerus: „Als evangelische Kirche bekennen wir uns zum biblischen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren.“ Pastor Uli Klein, Umweltbeauftragter der BEK, formuliert es so: „Wir sehen an den Corona-Maßnahmen, dass es durchaus möglich ist, in einer Krise politische Entscheidungen zum Schutz der Menschen zu treffen. Ich frage mich, warum wir in Sachen Klimaschutz immer noch mit Engelszungen reden müssen. Bereits seit rund 30 Jahren ist er Thema, aber nun ist es fünf vor Zwölf.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

Meistgelesene Artikel

Sturmwarnung: Bremer Freimarkt öffnet am Donnerstag mit Verspätung

Sturmwarnung: Bremer Freimarkt öffnet am Donnerstag mit Verspätung

Sturmwarnung: Bremer Freimarkt öffnet am Donnerstag mit Verspätung
Maskenverweigerer schlägt und tritt in Bremen auf Tankwart ein

Maskenverweigerer schlägt und tritt in Bremen auf Tankwart ein

Maskenverweigerer schlägt und tritt in Bremen auf Tankwart ein
In Bremen gilt ab Freitag Corona-Warnstufe 1: Was das für den Freimarkt bedeutet

In Bremen gilt ab Freitag Corona-Warnstufe 1: Was das für den Freimarkt bedeutet

In Bremen gilt ab Freitag Corona-Warnstufe 1: Was das für den Freimarkt bedeutet
Hund verjagt Posträuber in Bremen-Hemelingen

Hund verjagt Posträuber in Bremen-Hemelingen

Hund verjagt Posträuber in Bremen-Hemelingen

Kommentare