Erweiterte Bahnanlagen am Kaiserhafen in Bremerhaven eröffnet

Neue Gleise für mehr Züge

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Kurz vor Fertigstellung der neuen Gleisanlagen am Hafenbahnhof Kaiserhafen in Bremerhaven inspizierte Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe mit den Eisenbahnplanerinnen Anne Scholz (links) und Sylvia Noormann die Schienen. Gestern wurden die erweiterten Bahnanlagen offiziell eröffnet. Kosten: 8,15 Millionen Euro.

Bremerhaven - Die Bremischen Häfen setzen auf die Schiene und investieren deshalb massiv in den Ausbau der Eisenbahnanlagen am Standort Bremerhaven. Den Anfang macht ein Projekt am Kaiserhafen: Elf Monate nach dem offiziellen Baubeginn sind gestern die neuen Gleisanlagen eingeweiht worden. Kosten: 8,15 Millionen Euro. Die EU förderte die Baumaßnahme mit etwa zehn Prozent.

Zwölf der insgesamt 16 Gleise am Hafenbahnhof Kaiserhafen sind auf bis zu 750 Meter Länge gestreckt und elektrifiziert worden. „Wir reagieren damit auf das starke Wachstum des Schienenverkehrs und stellen dem Markt zusätzliche Infrastruktur zur Verfügung, die in den kommenden Jahren dringend benötigt wird“, sagte Häfen-Staatsrat Heiner Heseler gestern bei der Einweihungsfeier.

Die neuen Anlagen am Kaiserhafen sind Teil eines umfangreichen Investitionspakets, mit dem die Eisenbahnanlagen im Überseehafen Bremerhaven in diesem Jahrzehnt erweitert und technisch aufgerüstet werden. „Dafür haben wir etwa 39 Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, so Heseler. Zunächst wurde der Rangierfunk der Hafeneisenbahn modernisiert (2013). Nach dem jetzt beendeten Ausbau der Bahnanlagen am Kaiserhafen folgt die Erweiterung der Vorstellgruppe Imsumer Deich: Der Hafenbahnhof an der Senator-Borttscheller-Straße wird bis 2017 um acht Gleise erweitert. Mittelfristig ist außerdem vorgesehen, den Hafenbahnhof Speckenbüttel in Zusammenarbeit mit der Deutsche Bahn auszubauen, wie es heißt.

Die Hafeneisenbahn sei in den vergangenen Jahren an die Grenze der Leistungsfähigkeit gestoßen, sagte Heseler. Darauf habe Bremen reagieren müssen.

Dazu einige Zahlen: Der Überseehafen Bremerhaven zählte 2014 etwa 30 200 Güterzüge. Dies entsprach durchschnittlich 581 Zügen pro Woche. In der Spitze stieg der Wochenwert laut Hafengesellschaft Bremenports auf etwa 660 Züge. Die Gesamtzahl der Züge nahm gegenüber 2010 um 31 Prozent zu.

Besonders stark entwickelte sich der Zugverkehr im Automobilbereich. Hier waren 2014 etwa 12 900 Ein- und Ausgangszüge unterwegs (durchschnittlich 248 pro Woche). Seit 2010 stieg die Zahl der Autozüge laut Bremenports um 67 Prozent. 74 Prozent der Autos, die in Bremerhaven auf dem Land- oder Seeweg ankommen, werden über die Eisenbahn weiter ins Hinterland transportiert.

Mit Blick auf den Containerverkehr ist Bremerhaven gemessen an der Verkehrsmittelwahl von 47 Prozent heute bereits Europas bedeutendster Eisenbahnhafen. Der Senat strebt mit den Investitionen in die Hafeneisenbahn an, diesen Anteil auf mindestens 55 Prozent zu erhöhen. Mittelfristig rechnet das Wirtschaftsressort in Bremerhaven mit einem Anstieg auf 770 Güterzüge pro Woche, sagte Heseler. Hier spielten die Automobilverkehre eine besondere Rolle: „Die BLG Logistics stellt sich derzeit mit einer zweistelligen Millioneninvestition in ein neues Autoregal auf wachsende Fahrzeugzahlen ein“, sagte der Staatsrat. Bremen werde seiner Verantwortung als Betreiber der Hafenbahninfrastruktur mit den Ausbauprojekten am Kaiserhafen und am Imsumer Deich gerecht.

Laut Bremenports-Chef Robert Howe haben die Arbeiter in den vergangenen Monaten 4,3 Kilometer neue Gleise verlegt. Drei Einfahrtsgleise wurden auf gesamter Länge elektrifiziert. Dies erleichtere die terminalnahe Ein- und Ausfahrt der Autozüge, sagte Howe. Der Rangieraufwand werde so verringert, andere Bereiche der Hafeneisenbahn entlastet.

gn

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