Erster Spatenstich für das „City Gate“ am Bahnhofsvorplatz / Pfiffe und Proteste

„Eine Brücke in die Stadt“

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Quartett beim Spatenstich – von links gesehen: Bausenator Joachim Lohse, Bürgermeister Carsten Sieling, Investor Achim Griese und Architekt Max Dudler.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Ich möchte, dass dies eine Brücke wird vom Bahnhof in die Stadt“, sagte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) gestern beim Spatenstich für ein umstrittenes Bauprojekt – für das „City Gate“ des Hamburger Investors Achim Griese auf dem Bahnhofsvorplatz.

In Aufregung: Demonstranten protestierten noch einmal gegen die Bebauung des Bahnhofsvorplatzes. Es gab „Buh“-Rufe und lautstarke Pfiffe.

„Buh“-Rufe, Pfiffe, „Schande-Schande“-Rufe: Proteste begleiten die Feier. Vertreter der „Bremer Bahnhofsplatz-Initiative“ halten Plakate hoch. „Rot-Grün ignoriert die Bürger“, steht auf einem. „2001 hat Herr Sieling gesagt, der Platz wird nicht bebaut, und nun wird er es doch“, schimpft eine Demonstrantin. „Der Gegenwind war teilweise stark“, erinnert sich Investor Griese in seiner Rede an die vielen erregten Debatten der vergangenen Jahre. „Auch ich war mir nicht jeden Tag sicher, ob es gelingt.“ Nun aber haben die Bauarbeiten ja tatsächlich begonnen. Und es gebe ein „tragfähiges Konzept“ mit guten Mietern. „Ohne Mieter kann man ein solches Projekt nicht realisieren“, so Griese. Seine Gesellschaft hatte das lange ungenutzte Areal zwischen Hauptbahnhof und Hochstraße Breitenweg 2012 für sechs Millionen Euro gekauft. Nach Entwürfen des Schweizer Architekten Max Dudler entstehen auf dem 5580 Quadratmeter großen Grundstück nun zwei jeweils siebengeschossige Gebäude.

Im Gespräch: Bürgermeister Carsten Sieling und Investor Achim Griese.

Mietfläche: 35521 Quadratmeter. Zu den Mietern zählen Hotelketten, ein Drogeriemarkt, ein Supermarkt, ein Kaufhaus, eine Restaurant- und eine Imbisskette sowie die Bremer Parkhausgesellschaft Brepark. Zudem gibt es Büro- und Praxisräume. Im Sommer 2017, so die Planung, sollen die beiden beinahe dreieckigen, teils spitz zulaufenden Bauwerke fertig sein. Voraussichtliche Eröffnung: Ende 2017. Die Investitionssumme gibt der Objektentwickler mit knapp 100 Millionen Euro an. Zwischen den beiden Häusern verläuft eine Sichtachse, die den Blick auf den denkmalgeschützten Bremer Hauptbahnhof freigibt. „Ich werde immer falsch zitiert, ich sei gegen diese Bebauung gewesen“, so Bürgermeister Sieling. Dabei sei es in den Diskussionen damals um die Sichtachse gegangen. Sieling: „Wir brauchen diese Achse. Wenn ich aus der Stadt komme, muss ich dieses schöne Bahnhofsgebäude sehen. Dafür brauchen wir diese Passage. Das war die Auseinandersetzung 2001.“ Und nun? „Gebäude und Sichtachse werden alles aufwerten.“ Schließlich gehe es um eine „städtebauliche Wunde Bremens“, die nach dem Zweiten Weltkrieg geschlagen worden sei. Wer aus dem Bahnhof kommt, blickt auf die Hochstraße. Nicht unbedingt ein schöner Empfang. Das werde sich durch die Bebauung ändern. Sieling: „Ich bin immer der Auffassung gewesen, hier gehört ein Gebäude hin.“

Und die Proteste draußen am Bauzaun? Der Bürgermeister: „Auch das gehört zu einem solchen Projekt. Und zu unserer Stadt.“

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