Bremer Gastronomen bereiten sich auf Öffnung am Freitag vor

Erst testen, dann speisen

Im und am Bremer „Theatro“ hat Chef Lothar „Barry“ Randecker alle Hände voll mit den Vorbereitungen für die Öffnung zu tun.
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Im und am Bremer „Theatro“ hat Chef Lothar „Barry“ Randecker alle Hände voll mit den Vorbereitungen für die Öffnung zu tun.

Am Freitag ist es so weit: Die Gastronomen in Bremen dürfen nach monatelanger Corona-Pause ihre Außenflächen öffnen. Wie bereiten sie sich darauf vor?

Bremen – Die Betreiber der Bar „Friends“ in der Rembertistraße nahe dem Hauptbahnhof sind kreativ geworden. Um ihren Außenbereich besser nutzen zu können, haben sie Trennwände aufgestellt, mehrere Holzrahmen, die mit Folie bespannt werden sollen. Alles Vorbereitungen für Freitag, denn dann darf in Bremen die Gastronomie Außenflächen öffnen – unter Auflagen.

Geschäftsführer Dennis Rissmann und Betriebsleiter Kevin Baum zeigen, wie das in etwa am „Friends“ aussehen wird und bringen eine Folie an einem der Holzrahmen an. Die Trennwände sind frei beweglich. Auf einer Seite stehen die Standbeine in Beton, eingegossen in Blumentöpfe. In den abgegrenzten Teilbereichen können nach aktueller Rechtslage jeweils fünf Personen aus zwei Haushalten sitzen, sagt Rissmann.

Gastronomie in Bremen: Spiel das Wetter mit?

Öffnen wollen die beiden am Freitag nur, wenn das Wetter es zulässt. Ansonsten werden sie warten. Ein besonderer Vorteil der Bar: Um die Ecke gibt es ein Testzentrum. Gäste der Außengastronomie brauchen in Bremen einen tagesaktuellen Corona-Test. Rissmann will eventuell selbst Schnelltests anbieten, wenn er welche im Großhandel bekommt. Die Hälfte der Kosten, Rissmann spricht von gut drei Euro pro Test, würde die Bar zahlen, die andere Hälfte der Gast.

Selbsttest im Lokal möglich

„Ein Selbsttest vor Ort vor dem Betreten einer Einrichtung reicht aus, wenn er unter Aufsicht durchgeführt wird“, so das Innenressort auf Nachfrage. Ob und wie Betreiber dies organisierten, liege in ihrem Ermessen. „Sie können auch strenger sein und nur Schnelltests mit Bescheinigung aus den Testzentren akzeptieren, das unterliegt dann dem Hausrecht.“

Oliver Trey, Vorsitzender der Bremer Gastro-Gemeinschaft, will am Freitag seinen Burger-Laden „Little Butcher“ in Findorff öffnen. „Wir machen ohnehin ,take away’. Darum ist jemand da“, sagt er. Er ist sich allerdings sicher, dass sich niemand draußen hinsetzt, sollte es in Strömen regnen. Die geforderten Schnelltests sieht er kritisch. Er spricht von Gastronomen, die deshalb nicht öffnen wollten. „Ich habe einige tausend Tests liegen, weil ich auch Veranstaltungen mache.“ Nicht nur, dass die Tests Geld kosteten. Er müsse auch eine Person abstellen, die die Tests beaufsichtige. Es werde zudem kompliziert, wenn die Inzidenz um 50 schwanke. Hintergrund: Unter 50 ist kein Test nötig, darüber schon.

„Theatro“-Chef macht alles hübsch

Lothar „Barry“ Randecker, Geschäftsführer der Meierei im Bürgerpark und des „Theatro“ am Goethetheater, hat alle Hände voll zu tun. Die Vorbereitungen laufen. Er muss Spargel besorgen, denn die Meierei bietet eine Spargelkarte an. Er schätzt, dass etwa 40 Prozent der normalen Auslastung der Außenflächen erreicht werden kann, was natürlich nicht annähernd den vor Corona üblichen Umsatz bedeutet. Firmen- und Privatfeiern sind bislang nicht nachgefragt. „Wir werden im Monatsvergleich nicht mal 30 Prozent der Umsätze von 2019 erreichen“, sagt er. Das „Theatro“ öffnet zunächst eingeschränkt. Es gibt erstmal kein Frühstück und keinen Mittagstisch. Personalmangel sei bereits ein Problem, so Randecker. Zum Teil seien Gastronomiemitarbeiter in andere Jobs ausgewichen. Oder in Lokale nach Niedersachsen gegangen, dort sei bereits geöffnet.

Die Außenfläche vor der Bar „Friends“ in der Rembertistraße wurde extra mit Wänden unterteilt, damit sie besser genutzt werden kann. Betriebsleiter Kevin Baum (links) und Geschäftsführer Dennis Rissmann haben schon mal Platz genommen. Die kleinen Fässer dienen als Tische, die großen als Teil der Sitzgelegenheiten.

Dehoga: Ein erster Schritt

Nathalie Rübsteck, Hauptgeschäftsführerin beim Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Bremen, sagt: „Es ist ein erster Schritt. Die Zahlen entwickeln sich erfreulich.“ Allerdings hätte sie sich eine Öffnung der Außengastronomie ohne Testpflicht gewünscht und auch eine klare Regelung für die Innengastronomie. Nicht alle Gastronomen hätten Außenbereiche.

Weiterhin gelten Hygienekonzepte. Unter anderem müssen die Gäste registriert werden, um eine Kontaktnachverfolgung zu gewährleisten. Eine bequeme Möglichkeit für den Gast sind Apps fürs Smartphone. Neben der „Luca“-App steht in Bremen auch die App „Gast Bremen“ zur Verfügung. Sie stammt aus der Kampagne „Gastronomie? – aber sicher!“ der Bremer Gastro-Gemeinschaft. Die App habe sich mittlerweile selbstständig gemacht, sagt Trey. Auch Einzelhändler setzten sie ein. Mehr als 1 000 Betriebe hätten sich die Bremer App bereits besorgt. Testzentren sollen nun in die App eingebunden werden, sagt Trey. Dann sei es auch möglich, Corona-Tests zu hinterlegen.

Während „Theatro“ und Meierei QR-Codes für beide Apps haben, beschränken sich „Little Butcher“ und „Friends“ auf „Gast Bremen“, wo man sich anmelden könne, ohne die App zu installlieren.

Rechtlich zulässig ist sowohl die digitale als auch die analoge Erfassung, so das Bremer Innenressort.

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