Wie bekannte Bremer im Corona-Jahr Weihnachten feiern

Erst Stallarbeit, dann Bescherung

Weihnachtsstimmung in Corona-Zeiten in Bremen: Lichtschmuck erhellt die leere Sögestraße bei Dunkelheit.
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Weihnachtsstimmung in Corona-Zeiten in Bremen: Lichtschmuck erhellt die leere Sögestraße bei Dunkelheit.

Weihnachten im Corona-Jahr. Große Feiern sind da nicht angesagt. Wie begehen bekannte Bremer Persönlichkeiten das Fest? Wir haben nachgefragt.

  • Bürgerschaftspräsident und Landwirt Frank Imhoff kümmert sich erstmal um seine Tiere.
  • Bürgermeister Andreas Bovenschulte hängt alles an den Baum - bis auf Lametta.
  • Wilfried Hautop hat schon Weihnachtsmann gespielt.

Bremen – Es weihnachtet, obwohl die Innenstadt im Lockdown erstarrt. Heiligabend steht vor der Tür. Acht Personen des öffentlichen Lebens in Bremen plaudern darüber, wie sie Weihnachten im Corona-Jahr feiern .

Frank Imhoff

Bei Bürgerschaftspräsident und Landwirt Frank Imhoff wird Weihnachten zunächst ordentlich angepackt: „Zunächst kommen die Tiere dran. Alle helfen im Stall mit. Danach gibt es Essen und Bescherung“, so der CDU-Politiker. „Trotz Corona ist Heiligabend quasi wie immer, weil nur die engste Familie, Kinder und Großmutter, dabei sind, die auf dem Hof leben.“ Ein großes Familienfest, wie sonst Weihnachten üblich, entfalle in diesem Jahr.

Andreas Bovenschulte

Bei Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) entfällt die alljährliche Feier mit den drei Brüdern samt Familien bei den Eltern in Hildesheim. „Was bleibt, sind die übrigen Rituale. Gutes Essen, auf dem Sofa sitzen und Gitarre spielen, viel Netflix gucken und Familienspiele, Monopoly, Doppelkopf und Siedler.“ Bis auf Lametta hänge so ziemlich alles am Weihnachtsbaum. „Und davon jede Menge.“ In Sachen Musik dürfe „Last Christmas“ auf keinen Fall fehlen und zur Bescherung heiße es: „Licht aus, Kerzen an und ,Ave Maria‘.“

Anna Greve

Anna Greve, neue Direktorin des Focke-Museums, erzählt: „Ich kann mich nicht erinnern, dass der Weihnachtsmann für mich eine besondere Bedeutung gehabt hätte. In meiner Kindheit in Kolumbien waren wir Weihnachten meistens auf Reisen, im Einbaum im Dschungel oder baden am Strand.“ Sie hat Weihnachten in den vergangenen Jahren auch vor Corona nur mit ihrem Sohn, dessen Hund und der Nachbarin gefeiert, also mit zwei Haushalten.

Christoph Grunenberg

„Der Weihnachtsmann ist ja ein kulturimperialistischer, amerikanischer Import, in meiner Kindheit gab es ihn nicht“, sagt Christoph Grunenberg, Direktor der Kunsthalle. „Den Nikolaus dagegen schon. Der war eine furchteinflößende Figur, bis man irgendwann merkte, dass er sehr dem Nachbarn ähnlich sah“, erzählt Grunenberg. Sein Lieblingssong für Weihnachten: „Merry Christmas Everybody“ von Slade mit Noddy Holder. Dann hat der Kunsthallen-Chef noch eine Kassette mit Weihnachtsliedern in einer „jazzigen Cocktailversion“ parat. Zur Not tue es auch das „Weihnachtsoratorium“ von Bach.

Christopher Kotoucek

Christopher Kotoucek, Geschäftsführer des „Fritz“-Theaters, sagt: „Ente oder Gans, darauf werde und möchte ich nicht verzichten. Aber ich muss dieses Jahr leider darauf verzichten, nach Wien zu meinen Eltern zu fliegen.“ Das werde aber wohl später nachgeholt. Und so ging er früher mit dem Weihnachtsmann um: „Ich denke, diese Weihnachtsmann-Geschichte hab‘ ich als Kind schnell durchschaut, aber jahrelang noch mitgespielt, weil ja auch der Onkel im roten Mantel die Geschenke gebracht hat.“

Knut Schakinnis

Knut Schakinnis, unter anderem Geschäftsführer des Packhaustheaters und Theaterschiffs, spielt seit gut 40 Jahren entweder am Zweiten Weihnachtstag Theater oder betreut eine Vorstellung als Intendant. Er als Chef werde wahrscheinlich an einem Weihnachtstag zur Kontrolle kurz im Büro sitzen. Wegen Corona falle der Gang in den Dom aus. Den werde er schmerzlich vermissen. „Dieser Weg in die Kirche war und ist immer ein ritueller Einstieg zum Weihnachtsfest“, so Schakinnis. Zu Hause sei er am Nachmittag des Heiligabend für die Aufstellung des Weihnachtsbaums zuständig. Bis zur Bescherung dürfe dann keiner mehr den Raum betreten.

Bettina Robrahn-Böker

Bettina Robrahn-Böker, Schaustellerin, Geschäftsführerin der VBS, die den „Freipaak“ veranstaltete, erzählt vom Verzicht wegen Corona: Gemeinsame ein bis zwei Stunden mit der erweiterten Familie, 40 Personen aus der Verwandtschaft, unter anderem mit gemeinsamem Singen, entfallen dieses Jahr. Man werde aber im engeren Familienkreis Weihnachten feiern. „Da wir nicht in die Kirche gehen können, werden wir die Weihnachtsgeschichte zu Hause lesen und wie immer viele schöne Weihnachtslieder gemeinsam singen“, so Bettina Robrahn-Böker.

Wilfried Hautop

Als einziger der Befragten hat Wilfried Hautop, lange Chef des Martinshofs und nun Vorstand der Stiftung Martinshof, eigene Erfahrungen mit der Rolle des Weihnachtsmanns gemacht. „Roter Bademantel meiner Frau, starre Kunststoffmaske, Motorradstiefel und weiße Regenhandschuhe mit Stock und Jutesack haben meinen Sohn schnell auf den Arm der Mutter flüchten lassen“, so Hautop. „Beim dritten Weihnachten bin ich dann aufgeflogen.“

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