Erneute Räumung der Zeltstädte nicht erforderlich / Suche nach Alternativen zu Schulen

Einsatz bis in die späte Nacht

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Rund 1 400 Flüchtlinge mussten wegen des Sturms an zwei Abenden aus Zelten (wie hier in der Überseestadt) in nahe Schulen gebracht werden. Künftig soll nach Alternativen zu Schulen Ausschau gehalten werden, um den Schulbetrieb nicht zu beeinträchtigen.

Bremen - Das Wetter hat sich beruhigt. „Heini“ und „Iwan“ haben sich vom Acker gemacht, Entspannung daher auch für das Sozialressort und die 1 400 Asylbewerber in den vier Bremer Zeltstädten. Die Menschen mussten gestern nicht zum dritten Mal mit Bussen in benachbarte Schulen gebracht werden. Eine Evakuierung sei nicht erforderlich, entschied Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) gestern Nachmittag.

Gleichzeitig dankte sie allen Beteiligten „für ihren Einsatz bis in die späte Nacht“. Die zweifache Evakuierung wegen der Herbststürme mit orkanartigen Böen bis Stärke 11 habe die ohnehin große Arbeitsbelastung nochmals verschärft. Trotzdem hätten sich wieder viele Menschen freiwillig gemeldet. Stahmann betonte: „Das kann man gar nicht genug würdigen.“ Sie bedankte sich auch bei den Trägern, dem THW, den Sicherheitskräften, bei Polizei, Bundeswehr, DRK, Schulleitungen, Hausmeistern, der Bremer Straßenbahn AG und den Mitarbeitern ihrer Behörde.

Die Evakuierung in der Nacht zu gestern sei abermals weitgehend reibungslos gelaufen, „wenn auch einige Flüchtlinge nicht mehr so leicht von der Notwendigkeit der Maßnahme zu überzeugen waren, nachdem die Zelte bereits in der Nacht zuvor keinen sicherheitsrelevanten Schaden genommen hatten“, so die Senatorin. Die Erfahrungen der beiden Evakuierungsnächte sollen jetzt ausgewertet und das Notfallkonzept für spätere Maßnahmen angepasst werden. Stahmann: „Wir wollen die Belastung für alle Beteiligten so gering halten, wie das unter den gegebenen Umständen möglich ist.“ Das bedeute auch, dass der Schulbetrieb möglichst wenig behindert werden solle. Sie kündigte gemeinsam mit Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) an, für mögliche weitere Räumungen der Zeltstädte nach Alternativen zu Schulen Ausschau zu halten. Ziel sei es, die Schulen zu entlasten.

Bogedan hatte sich in der Nacht in der Oberschule Ronzelenstraße ein Bild vor Ort gemacht. „Die Situation ist hier besonders schwierig. Die Menschen übernachten unter anderem auf den Gängen. Das kann keine Dauerlösung sein, auch nicht für Notfälle. Es soll möglichst kein Unterricht mehr ausfallen“, sagte sie – und sieht ihre Senatskollegen gefordert, den eigenen Immobilienbestand genau zu prüfen. Bogedans Dank richtete sich insbesondere an die Schulleiter, Lehrer, Schulsozialarbeiter und Hausmeister. Sie hätten in den vergangenen Tagen „eine großartige Leistung vollbracht“.

gn

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