Im „Löwenhof“ in der Überseestadt

Bombe erfolgreich entschärft - Sperrmaßnahmen aufgehoben

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Der Fundort der Bombe.

Bremen - Ein weiterer Zehn-Zentner-Blindgänger ist am Montag auf der Baustelle an der Straße „Löwenhof“ in Bremen gefunden worden. Die Entschärfung soll am Dienstag gegen 12 Uhr stattfinden, teilt die Polizei mit.

Update: Die in der Überseestadt gefundene Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde um 13.20 Uhr erfolgreich entschärft.

Über 100 Einsatzkräfte waren am Dienstagmorgen unter der Führung von Polizeidirektor Jens Rezewski im Einsatz, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Etwa 1.500 Menschen mussten für den Zeitraum der polizeilichen Maßnahmen wieder ihre Wohnungen und Büros räumen. 80 Personen nutzten die Möglichkeit der Notunterkunft und hielten sich im Schulzentrum Grenzstraße auf, teilt die Polizei mit. Um 12.07 Uhr begann Sprengmeister Thomas Richter mit seiner Arbeit und beendete sie um 13.20 Uhr erfolgreich.

Alle Evakuierungs- und Verkehrsmaßnahmen sind ab sofort wieder aufgehoben.

Es ist bereits der fünfte Blindgänger, der in den vergangenen Monaten an derselben Stelle gefunden wurde. Zuletzt wurde am Mittwoch eine Fliegerbombe entschärft. 

Der Fundort „Löwenhof“ wird in einem 400-Meter-Radius ab 10 Uhr evakuiert. Von der Evakuierung betroffen sind auch ein Teil der Weser und die Stephanibrücke. Diese Bereiche, einschließlich B6 und die Bahnstrecke nach Oldenburg, müssen für die Dauer der Entschärfung voll gesperrt werden. Auch der Luftverkehr und der öffentliche Personennahverkehr sind für diesen Zeitraum betroffen.  

Stark beschädigter Zünder

Aufgrund eines stark beschädigten Zünders wird die Entschärfung anders als bei den vorherigen Blindgängern etwa 90 Minuten in Anspruch nehmen.

Personen im Umkreis von 700 Metern sollen sich luftschutzmäßig verhalten. Das bedeutet, dass sie sich während der Entschärfung in Räumen, die vom Bombenfundort abgewandt liegen, aufhalten sollten. Außerdem rät die Polizei dazu, sich nicht in der Nähe von Fenstern aufzuhalten und diese zu kippen.

Für Liegendtransporte durch Rettungswagen ist die Feuerwehr unter der Telefonnummer 0421/19222 zu erreichen. Die Polizei hat ein Bürgertelefon unter der Telefonnummer 0421/4491700 eingerichtet. Für Bürger, die evakuiert werden, steht das Schulzenrum Grenzstraße an der Grenzstraße 90 in Walle zur Verfügung.

Eine Karte der betroffenen Straßen gibt es auch hier. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den Evakuierungsbereich weiträumig zu umfahren.

Die Polizei informiert zur Entschärfung

Innerhalb weniger Wochen wurde nun zum fünften Mal im Bereich des Löwenhofs eine Weltkriegsbombe gefunden. Aufgrund vieler Fragen von Bürgern in diesen Tagen, erklärt die Polizei Bremen ihre Arbeit bei diesen Funden.

Vorgehen der Polizei:

Bei der Suche nach den Weltkriegsbomben helfen Luftbildaufnahmen der Alliierten, die während des Krieges gemacht wurden. Die Alliierten haben von ihren Angriffen Fotos gemacht, die der Bundesrepublik seit 1985 zur Verfügung stehen. Ein Teil dieser Aufnahmen ist eingescannt worden, sie werden mit speziellen Computerprogrammen ausgewertet. Wenn das nicht reicht, sucht die Polizei die Gebiete zusätzlich mit Metalldetektoren ab.

Die Örtlichkeit Löwenhof:

Der Löwenhof ist eine schwierige Örtlichkeit für die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes. Aufgrund der Erdbeschaffenheit (viel Metall in der Erde) kann nicht genau bestimmt werden, wie viele Blindgänger sich noch unter dem Boden befinden. Das Gebiet kann nicht mit einer einmaligen Aktion umgegraben werden. Der Baggerführer muss vorsichtig in Teilabschnitten agieren und den Boden umsetzen. Er wird dabei ständig von einem Experten einer Kampfmittelräumfirma unterstützt.

Die Arbeit des Sprengmeisters:

Durch den Sprengmeister ist die Zünder Art zu klassifizieren. Dieses und der Zustand des Zünders erlauben einen gewissen Zeitpuffer oder verlangen sofortiges Tätigwerden.

Die notwendigen Maßnahmen:

Der Einsatzleiter muss die Kräftelage der Polizei beurteilen. Es sind für so eine Entschärfungsaktion über 100 Polizisten notwendig. Es wird geprüft, zu welchem Zeitpunkt der Flugverkehr, der Bahnverkehr und die Schifffahrt am geringsten betroffen sind. Auch die Lage von Kindergärten und Schulen werden mit betrachtet. Alle Informationen werden gewichtet und danach wird ein Entschärfungszeitpunkt festgelegt.

Die Polizei Bremen bittet die Bürger um Verständnis für diese notwendigen und manchmal sehr schnell durchzuführenden Maßnahmen.

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