Mobiltelefone und andere Datenträger im Fokus

Ermittler durchsuchen wegen Bamf-Affäre erneut Wohnungen

Bremen - Ermittler haben in der Affäre um möglicherweise unrechtmäßige Asylbescheide erneut die Wohnungen von zwei Verdächtigen durchsucht. Darunter sei auch die der früheren Leiterin der Bremer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Dabei sei es um Mobiltelefone und andere Datenträger gegangen.

Laut einem Bericht von NDR, Süddeutscher Zeitung und Radio Bremen hatte die Polizei die Daten vom Handy und vom Laptop der früheren Leiterin bereits bei der ersten Durchsuchung Ende April gesichert. Nun habe sich die Staatsanwaltschaft auch Zugriff auf die seitdem entstandene Kommunikation verschafft.

In der Bremer Außenstelle sollen rund 1.200 Menschen Asyl ohne rechtliche Grundlage erhalten haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb gegen sechs Beschuldigte wegen Korruptionsverdachts und Verstoßes gegen das Asylgesetz. Zur Auswertung zahlreicher Asylverfahren arbeiten derzeit zwölf Beamte in der Ermittlungsgruppe 501 „Akte“.

Für die Bearbeitung des umfangreichen Verfahrenskomplexes ist die Bremer Polizei nach Angaben vom Donnerstag personell noch nicht gerüstet. In der Spitze werden bis zu 50 Mitarbeiter nötig sein. Die Bremer Kräfte sollen daher durch Beamte der Bundespolizei, des Bundeskriminalamtes und anderer Polizeibehörden unterstützt werden.

Neben Personal fehlt es in Bremen auch an Räumlichkeiten, um die Zusammenarbeit der Ermittler zu erleichtern. Die Behörde prüft derzeit die Anmietung externer Räume für die Ermittlungsgruppe.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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